Veröffentlicht von Markus Wals

GS1-DataMatrix: GTIN, Charge und Verfallsdatum in einem Scan

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KI-generierte Illustration: Ein Handscanner richtet einen roten Strahl auf einen 2D-Matrixcode auf einem Karton, drei Linien führen zu Datenfeldern. Überschrift: GS1-DataMatrix scannen

Kurz gesagt: Ein GS1-DataMatrix ist ein quadratischer Code, der GTIN, Charge und Verfallsdatum in einem Scan liefert, jede Angabe hinter einem kurzen Datenbezeichner: (01) GTIN, (10) Charge, (17) Verfallsdatum. Lesen kann ihn nur ein 2D-Scanner. Mit eingeschaltetem GS1-Scan wählt Fulfillment 4 weclapp damit am Packtisch Artikel und Charge ohne Tippen.

Steht auf deiner Ware ein quadratischer Code mit Klammerzahlen wie (01) und (10) im Klartext? Dann ist es ein GS1-Code. Er trägt mehrere Angaben auf einmal, und ein Scanner liest sie in einem Zug.

Hier liest du, was im Code steht, wie er sich vom Strichcode GS1-128 unterscheidet, wie du selbst GS1-Etiketten erzeugst und was beim Scan am Packtisch passiert.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Code, mehrere Angaben. GS1-DataMatrix verkettet Datenbezeichner und Werte, zum Beispiel GTIN, Charge und Datum.
  • Die Klammern stehen nur im Klartext. Unter dem Code liest du „(01)“ oder „(10)“, im Code selbst sind die Klammern nicht enthalten.
  • GS1-128 und DataMatrix folgen denselben Regeln. Der eine ist ein Strichcode, der andere ein 2D-Code; die Datenbezeichner sind gleich.
  • Für DataMatrix brauchst du einen 2D-Scanner. Ein klassischer Laserscanner liest nur lineare Codes.
  • In weclapp richtest du GS1-Etiketten ein. Fulfillment 4 weclapp liest die Codes am Packtisch und bucht auf die gescannte Charge.

Was ist ein GS1-DataMatrix?

Data Matrix ist ein zweidimensionaler Code nach der Norm ISO/IEC 16022. Zum GS1-DataMatrix wird er durch ein Sonderzeichen ganz am Anfang, das FNC1. Es sagt dem Scanner: Was jetzt folgt, ist nach den Regeln des GS1-Systems aufgebaut.

Diese Regeln bestehen aus Datenbezeichnern, auf Englisch Application Identifiers (AI). Jeder Bezeichner ist eine kurze Zahl, die festlegt, was der folgende Wert bedeutet und wie lang er sein darf. So kann ein einziger Code die Artikelnummer, die Charge und das Datum tragen, ohne dass der Scanner raten muss.

Fazit: Der GS1-DataMatrix ist ein Container für mehrere sauber getrennte Angaben.

Was steht im Code?

Die vier Datenbezeichner, die im Versand am häufigsten vorkommen, beschreibt die GS1-Richtlinie so:

AI Bedeutung Format Hinweis
(01) GTIN, die globale Artikelnummer 14 Ziffern Feste Länge
(10) Charge oder Los bis 20 Zeichen Variable Länge
(17) Verfallsdatum 6 Ziffern, JJMMTT Feste Länge
(21) Seriennummer bis 20 Zeichen Variable Länge

Ein Beispiel im Klartext: (01)04012345678901 (17)271231 (10)L2311A. Das liest sich als GTIN 04012345678901, Verfallsdatum 31.12.2027, Charge L2311A. Die Werte sind ausgedacht.

Beim Datum lohnt ein zweiter Blick. GS1 kennt neben (17) Verfallsdatum auch (15) Mindesthaltbarkeitsdatum. Im Alltag heißt beides oft „MHD“. Welcher Bezeichner auf deiner Ware steht, siehst du im Klartext unter dem Code.

Fazit: Wer die vier Bezeichner kennt, kann fast jeden Code im Lager lesen.

Warum die Reihenfolge und das Trennzeichen zählen

Werte mit fester Länge wie GTIN und Datum brauchen kein Trennzeichen; der Scanner weiß, wann sie enden. Werte mit variabler Länge wie Charge und Seriennummer brauchen eines, sobald danach noch ein Bezeichner folgt. Dafür nutzt GS1 wieder das FNC1, das der Scanner meist als Steuerzeichen „GS“ weitergibt. Nach dem letzten Wert im Code ist kein Trennzeichen nötig.

Deshalb stehen GTIN und Datum oft vorn und die Charge hinten. Verlassen solltest du dich darauf nicht: Codes verschiedener Hersteller können anders aufgebaut sein, und Scanner im Tastaturmodus geben das Trennzeichen unterschiedlich aus. Eine Software, die GS1-Codes liest, muss beides abfangen.

Fazit: Ein guter Parser liest nach Bezeichnern, nicht nach Position.

GS1-DataMatrix oder GS1-128?

Laut GS1-Richtlinie werden die Datenbezeichner im DataMatrix nach denselben logischen Regeln codiert wie im Strichcode GS1-128. Der Unterschied liegt im Träger.

Merkmal GS1-128 GS1-DataMatrix
Form Strichcode, eine Zeile Quadrat oder Rechteck aus Punkten
Platzbedarf breit, wächst mit dem Inhalt kompakt, auch auf kleinen Packungen
Scanner Laser- oder 2D-Scanner nur 2D-Scanner mit Kamera
Passt gut zu großen Flächen wie Kartons kleinen Flächen wie Einzelpackungen

Viele 2D-Scanner lesen auch lineare Codes wie EAN-13 und GS1-128; ob deiner das kann, steht im Datenblatt. Wer neu kauft, achtet auf beides.

Fazit: Inhalt gleich, Träger verschieden, ein passender 2D-Scanner deckt beide ab.

Woher kommt der Code auf deiner Ware?

Steht der Code schon auf der Ware, hat ihn der Hersteller angebracht. Etikettierst du selbst, hilft weclapp: Seit Release 21.20.1 richtest du unter Formularwesen > Etiketten ein Etikettenformat mit GS1-Barcode ein. Für EAN, Verfallsdatum, Chargennummer und Seriennummer setzt weclapp die Bezeichner (01), (17), (10) und (21) davor, als Barcode-Typ ist auch Data Matrix möglich.

Die Charge steht darauf, wenn du das Etikett im Wareneingang erstellst und die Nummer vorher erfasst hast. Prüfe das für deinen GS1-Code im Test, bevor du Ware etikettierst.

Serien- und Chargennummern gehören laut weclapp-Preisseite zu den Paketen ERP Handel und Enterprise, zusammen mit Lagerverwaltung und mobiler Lager-App.

Fazit: Fehlt der Code auf der Ware, kann ein GS1-Etikett aus weclapp ihn ersetzen, wenn der Test die Charge darauf zeigt.

So läuft der Scan am Packtisch mit Fulfillment 4 weclapp

Fulfillment 4 weclapp liest GS1-128- und GS1-DataMatrix-Codes am Packtisch; den GS1-Scan schalten wir für dein Konto ein. Die App findet die Position der Lieferung über die GTIN (01) und die Charge über (10), prüft sie gegen den weclapp-Bestand und bucht die Menge genau auf die gescannte Charge. Steht die Charge nicht in der Lieferung, nicht auf Lager, ist sie reserviert oder schon vollständig zugeordnet, lehnt die App den Scan mit Grund ab; weicht das Datum aus (17) vom Bestand ab, warnt sie.

Andere Bezeichner im Code, etwa (21) oder (15), überspringt der Chargen-Scan. Steht nur die Chargennummer als einfacher Barcode auf der Ware, reicht auch das. Seriennummern scannst du über einen eigenen Modus. Alle Details stehen auf der Seite Chargen und Seriennummern scannen, den Überblick über alle Modi findest du im Scan-Workflow.

Fazit: Ein Scan ersetzt das Suchen der Charge in einer Liste.

Worauf es in der Praxis ankommt

Diese Punkte stammen aus Einführungen und Supportfällen, die wir begleitet haben. Prüfe sie, bevor der erste Karton gescannt wird.

  1. Teste mit einem echten Code, ob Scanner und Eingabefeld das Trennzeichen FNC1 durchreichen. Geht es unterwegs verloren, verschmilzt die Charge mit dem folgenden Wert.
  2. Bitte deine Lieferant:innen um GS1-Codes mit Charge auf Karton und Einzelpackung, und frag nach, ob das Datum als (17) oder (15) codiert ist.
  3. Kommt eine Lieferung ohne Code, legst du den Wareneingang vorab an und druckst die Etiketten selbst, nachdem die Charge erfasst ist.
  4. Erfasse die Chargennummer im Wareneingang per Scan statt per Hand, damit sie in weclapp genau so steht wie im Code. Schreib keine Eigenschaften wie Farbe oder Herkunft hinein.
  5. Lehnt die App eine Charge ab, weil sie nicht in der Lieferung steht, lege die Ware zurück und nimm die richtige. Nur im System zu tauschen, verschiebt den Fehler in den Bestand.

Fazit: Der Scan ist nur so gut wie Code, Scanner und Wareneingang davor.

Wann passt das nicht

  • Die Charge steht nur als Klartext auf der Ware. Dann scannst du die EAN und wählst die Charge von Hand aus dem Bestand.
  • Der Artikel ist in weclapp nicht chargenpflichtig. Dann bleibt es beim normalen EAN-Scan.
  • Du willst bei abweichendem Datum hart sperren. Die App warnt bei einer Datumsabweichung, sie sperrt den Scan deshalb nicht.
  • Deine Ware trägt das Datum als (15). Der Chargen-Scan wertet für den Datumsabgleich (17) aus; prüfe vorab deine Etiketten.
  • Du hast nur Laserscanner. Für DataMatrix brauchst du einen 2D-Scanner; den GS1-Scan schalten wir außerdem für dich frei.

Fazit: Prüfe vor dem Start drei Dinge: Codes auf der Ware, Chargenpflicht am Artikel, Scanner.

Quellen und Grenzen

wals.pro ist weclapp-Partner und verkauft Fulfillment 4 weclapp, ein Versand-Plugin mit GS1-Scan. Die Angaben zum Code stammen aus der GS1-Richtlinie, die zu weclapp aus der weclapp-Hilfe, die Praxispunkte aus Projekten von wals.pro, ohne Kundennamen. Der Artikel erklärt die vier häufigsten Datenbezeichner; GS1 definiert viele weitere. Ob und wie deine Branche GS1-Codes vorschreibt, etwa bei Arzneimitteln oder Medizinprodukten, ist ein eigenes Thema und hier nicht behandelt.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen DataMatrix und GS1-DataMatrix?

GS1-DataMatrix ist ein Data-Matrix-Code mit dem Sonderzeichen FNC1 am Anfang. Es zeigt dem Scanner, dass der Inhalt nach GS1-Datenbezeichnern aufgebaut ist, also etwa GTIN, Charge und Datum enthält. Ein Data-Matrix-Code ohne FNC1 kann beliebigen Text tragen, zum Beispiel eine URL oder eine interne Nummer.

Was bedeuten die Zahlen in Klammern unter dem Code?

Das sind die Datenbezeichner: (01) GTIN, (10) Charge, (17) Verfallsdatum, (21) Seriennummer. Daneben gibt es (15) für das Mindesthaltbarkeitsdatum. Die Klammern stehen nur im Klartext zur besseren Lesbarkeit und sind im Code selbst nicht enthalten.

Brauche ich einen speziellen Scanner?

Für DataMatrix brauchst du einen 2D-Scanner mit Kamera, ein Laserscanner liest nur lineare Codes. Ob er auch EAN-13 und GS1-128 liest, steht im Datenblatt. Fulfillment 4 weclapp nimmt die Eingabe des Scanners entgegen und gleicht die üblichen Varianten des Trennzeichens selbst aus; teste trotzdem mit einem echten Code.

Kann weclapp selbst GS1-Codes drucken?

Ja. Unter Formularwesen > Etiketten richtest du ein Etikettenformat mit GS1-Barcode ein, mit EAN, Verfallsdatum, Charge und Seriennummer, auch als Data Matrix. Die Charge steht darauf, wenn du das Etikett im Wareneingang nach Erfassung der Chargennummer erstellst. Prüfe das Ergebnis vor dem ersten Einsatz mit deinem Scanner.

Liest Fulfillment 4 weclapp auch die Seriennummer aus dem GS1-Code?

Der GS1-Chargen-Scan nutzt GTIN, Charge und Verfallsdatum und überspringt weitere Bezeichner wie (21). Seriennummern und IMEI scannst du über einen eigenen Modus gegen den weclapp-Bestand oder in den Positionskommentar. Welcher Modus wofür gilt, beschreibt die Seite zum Chargen- und Seriennummern-Scan.

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