Veröffentlicht von Markus Wals

Chargennummer: Aufbau, Pflicht, Verwaltung im ERP

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KI-generierte Illustration: Ein Karton mit fünf Feldern, Pfeile führen zu Etiketten, darunter der Ablauf vom Wareneingang bis zum Versand. Überschrift: Chargennummer erklärt

Kurz gesagt: Eine Chargennummer kennzeichnet eine Menge Ware aus demselben Herstellungsdurchgang. Den Aufbau bestimmst du selbst, im GS1-Code sind höchstens 20 Zeichen erlaubt. Pflicht ist sie je nach Ware, etwa bei Kosmetik, und weclapp führt Chargen in den Paketen ERP Handel und Enterprise.

Eine Charge ist eine Menge Ware aus demselben Herstellungsdurchgang, die Chargennummer macht sie wiederfindbar. Taucht ein Fehler auf, weißt du über sie, welche Stücke betroffen sind.

Wer zum ersten Mal mit Chargen arbeitet oder sie aus Excel ins ERP holt, entscheidet am Anfang über Schema, Pflicht und Startbestand. Hier liest du, wie sich die Charge von Seriennummer und Los unterscheidet, wann sie Pflicht ist und wie sie in weclapp durch den Warenfluss läuft.

Das Wichtigste in Kürze

  • Charge heißt: gleiche Herstellung. Alle Stücke einer Charge stammen aus demselben Herstellungsdurchgang.
  • Seriennummer heißt: ein Stück. Sie kennzeichnet genau ein Exemplar, die Charge eine Menge.
  • Der Aufbau ist frei. Üblich sind Datum, Linie und laufende Nummer, im GS1-Code höchstens 20 Zeichen.
  • Pflicht ist sie je nach Produkt. Die Kosmetikverordnung verlangt sie auf der Verpackung, das Lebensmittelrecht eine Losangabe und Rückverfolgbarkeit.
  • weclapp führt Chargen ab ERP Handel. Wareneingang, Kommissionierung, Etikett, Produktion und Dropshipping kennen die Charge.

Was ist eine Chargennummer?

Eine Charge ist eine Menge eines Produkts, die in einem Durchgang unter gleichen Bedingungen entstanden ist: derselbe Ansatz Creme, dieselbe Röstung Kaffee, dieselbe Abfüllung Reinigungsmittel. Taucht ein Fehler auf, grenzt die Chargennummer die betroffenen Stücke ein.

Im Deutschen hörst du auch „Los“ oder „Losnummer“. Gemeint ist im Lageralltag dasselbe; GS1 fasst beides im Datenbezeichner (10) „Batch or Lot Number“ zusammen.

Fazit: Die Chargennummer verbindet ein Stück Ware mit seiner Herkunft.

Charge, Seriennummer, Los: der Unterschied

Begriff Kennzeichnet Typische Ware GS1-Datenbezeichner
Chargennummer eine Menge aus gleicher Herstellung Kosmetik, Lebensmittel, Chemie (10)
Los, Losnummer wie Charge, oft im Lebensmittelbereich Lebensmittel, Getränke (10)
Seriennummer genau ein Stück Elektronik, Geräte, Werkzeug (21)

Manche Artikel tragen beides. Ein Gerät kann eine Seriennummer haben und zugleich Bauteile aus einer Charge enthalten. weclapp kennt auch Artikel, die zugleich chargen- und seriennummernpflichtig sind.

Fazit: Seriennummer für das Einzelstück, Charge für die Menge.

Wie ist eine Chargennummer aufgebaut?

Ein festes Schema schreibt das Recht nicht vor; bei Lebensmitteln steht vor der Losangabe in der Regel ein „L“. Als Faustregel aus unseren Projekten taugen Nummern, die du ohne System lesen kannst, etwa so (ausgedachtes Beispiel):

  • L2611-04-B: L für Los, 26 für das Jahr 2026, 11 für November, 04 für die vierte Abfüllung im Monat, B für Linie B.

Vier Faustregeln machen das Leben im Lager leichter:

  1. Die Nummer ist innerhalb eines Artikels eindeutig.
  2. Sie enthält nur Buchstaben und Ziffern, keine Leer- oder Sonderzeichen. GS1 erlaubt mehr, aber so lesen Scanner und Importe sie sicher.
  3. Sie bleibt kurz. Im GS1-Code ist die Charge auf 20 Zeichen begrenzt; plane dein Schema innerhalb dieser Grenze.
  4. Sie trägt keine Produkteigenschaften wie Farbe oder Herkunft, die gehören an den Artikel.

Fazit: Kurz, eindeutig, ohne Sonderzeichen, dann scannt es sich auch.

Wann ist die Chargennummer Pflicht?

Das hängt vom Produkt ab. Vier Beispiele aus dem EU-Recht:

  • Kosmetik: Art. 19 Abs. 1 Buchst. e der Verordnung (EG) Nr. 1223/2009 verlangt auf Behältnis und Verpackung „die Chargennummer oder das Zeichen, das eine Identifizierung des kosmetischen Mittels ermöglicht“. Ist das wegen geringer Größe praktisch nicht möglich, reicht die Angabe auf der Verpackung.
  • Lebensmittel und Futtermittel: Art. 18 der Verordnung (EG) Nr. 178/2002 verlangt Rückverfolgbarkeit. Du musst feststellen können, von wem du Ware bezogen und an welche Unternehmen du sie geliefert hast, und diese Angaben der Behörde auf Aufforderung mitteilen.
  • Losangabe bei Lebensmitteln: Die Richtlinie 2011/91/EU ist in Deutschland in § 1 der Los-Kennzeichnungs-Verordnung (LKV) umgesetzt. Danach darf ein Lebensmittel nur mit einer Angabe in den Verkehr gebracht werden, aus der das Los zu ersehen ist. Das Los legen Erzeuger, Hersteller, Verpacker oder der erste im Inland niedergelassene Verkäufer fest, davor steht in der Regel ein „L“. Die Angabe entfällt unter anderem bei Verpackungen, deren größte Einzelfläche kleiner als 10 cm² ist, und wenn das Mindesthaltbarkeits- oder Verbrauchsdatum mindestens Tag und Monat unverschlüsselt nennt (§ 2 Nr. 4 und 5 LKV).
  • Medizinprodukte: Die Verordnung (EU) 2017/745 verlangt eine UDI aus Produkt- und Herstellungskennung (Art. 27 Abs. 1). Die Herstellungskennung kann laut Anhang VI Teil C die Los- oder Chargennummer und das Verfallsdatum enthalten.

Für weitere Warengruppen wie Arzneimittel oder Chemikalien gelten eigene Regeln, die dieser Artikel nicht behandelt. Das ersetzt keine Rechtsberatung.

Fazit: Prüfe für deine Warengruppe, ob die Nummer Pflicht ist oder nur die Rückverfolgung.

So verwaltest du Chargen in weclapp

Serien- und Chargennummern gehören laut weclapp-Preisseite zu den Paketen ERP Handel und Enterprise, zusammen mit Lagerverwaltung und mobiler Lager-App. Am Artikel legst du fest, dass er als Chargennummernartikel geführt wird. Danach fragt weclapp die Charge an diesen Stellen ab:

  1. Wareneingang (mobile Lager-App): Charge scannen oder eingeben, im nächsten Schritt das Verfallsdatum erfassen oder überspringen.
  2. Etikett: Etikettenformat mit GS1-Barcode (EAN, Verfallsdatum, Charge) einrichten, auch als Data Matrix.
  3. Entnahme: Strategie „Ältestes Verfallsdatum zuerst“ für Chargenartikel wählbar, Standard ist FIFO.
  4. Kommissionierung (mobile Lager-App): Charge vor der Menge scannen oder auswählen.
  5. Produktion: Verfallsdatum aus heutigem Datum plus Verfallstage, optional das früheste Datum der verbrauchten Chargen.
  6. Dropshipping: Dummy-Chargen oder, wenn abgeschaltet, Pflichtangabe der Lieferantencharge an der Position; Andruck auf dem Lieferschein.

Für Dropshipping-Bestellungen lassen sich Chargen, Seriennummern und Verfallsdaten auch per CSV an der Position importieren. Die einzelnen Schritte beschreibt die weclapp-Hilfe zum Wareneingang in der mobilen Lager-App, zur Kommissionierung in der mobilen Lager-App und zu Chargen im Dropshipping.

Fazit: Wer die Charge im Wareneingang sauber erfasst, hat sie in jedem folgenden Schritt.

Die Charge am Packtisch

Am Packtisch entscheidet sich, ob die richtige Charge in die Lieferung kommt. Mit Fulfillment 4 weclapp scannst du die Chargennummer oder einen GS1-Code mit GTIN, Charge und Verfallsdatum; den GS1-Scan schalten wir für dich frei.

Die App prüft gegen den weclapp-Bestand und bucht die Menge genau auf die gescannte Charge. Steht sie nicht in der Lieferung, nicht auf Lager, ist sie reserviert oder schon vollständig zugeordnet, lehnt die App sie ab. Seriennummern scannst du in einem eigenen Modus, Einzelheiten stehen auf der Seite Chargen und Seriennummern scannen.

Fazit: Der Scan ersetzt die Auswahl aus einer Liste, eine unpassende Charge lehnt die App ab.

Worauf es in der Praxis ankommt

Diese Punkte stammen aus Umstellungen und Supportfällen, die wir begleitet haben. Arbeite sie ab, bevor du die erste Charge buchst.

  1. Teile dein Sortiment in zwei Listen: Artikel mit Charge oder Verfallsdatum und Artikel ohne.
  2. Lege die Chargenpflicht fest, bevor ein Artikel Bestand bekommt. Hat er schon Lagerbewegungen, bleibt ein neu angelegter Artikel oder eine Umstellung per Script, die du zuerst im Testsystem durchspielst.
  3. Übernimm den Anfangsbestand über den Inventur-Import, dessen Vorlage Spalten für Chargennummer und Verfallsdatum hat. Altbestand ohne bekannte Charge buchst du auf eine Platzhalter-Charge wie „ALTBESTAND“ ohne Datum.
  4. Vergibt der Hersteller keine Charge und hat die Ware nur ein Verfallsdatum, kann das Datum selbst als Chargennummer dienen.
  5. Arbeitest du mit einem Fulfiller, melde Chargenartikel vor der ersten Anlieferung an. Nachträglich lässt sich die Chargenführung dort oft nicht mehr einschalten.
  6. Hängt an der Charge ein Zertifikat, etwa ein Analysenzertifikat, gehört es an den Lieferschein, nicht an die Rechnung.

Fazit: Über die Chargennummer entscheidest du einmal am Anfang, und dann richtig.

Wann passt das nicht

  • Deine Ware hat keine Herstellungsmenge. Bei Einzelstücken oder Ware ohne Haltbarkeit reicht oft die Seriennummer oder gar nichts.
  • Keine Pflicht und kein Haltbarkeitsthema: Dann kostet jede Chargenabfrage Zeit im Wareneingang, ohne dass du etwas davon hast.
  • Deine Lieferant:innen liefern keine Chargen. Ohne Nummer auf der Ware musst du selbst Chargen bilden und etikettieren, das ist eine bewusste Entscheidung.
  • Du arbeitest im Paket ERP Dienstleistung. Chargen gibt es laut weclapp-Preisseite nur in den Paketen ERP Handel und Enterprise.

Fazit: Chargen lohnen sich, wenn Pflicht, Haltbarkeit oder Reklamation sie verlangen.

Quellen und Grenzen

Die Praxispunkte stammen aus Projekten von wals.pro, ohne Kundennamen. wals.pro ist weclapp-Partner und verkauft Fulfillment 4 weclapp, ein Versand-Plugin mit Chargen-Scan. Der Rechtsabschnitt nennt vier Beispiele und ist keine vollständige Übersicht. Das ersetzt keine Rechtsberatung. Wie ein Rückruf je Charge in weclapp ausgewertet wird, behandelt dieser Artikel nicht.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Chargennummer und Seriennummer?

Eine Seriennummer kennzeichnet genau ein Stück, eine Chargennummer eine Menge aus gleicher Herstellung. Die Seriennummer brauchst du für Garantie und Reparatur am einzelnen Gerät, die Charge für Rückruf und Haltbarkeit einer ganzen Menge. Ein Artikel kann beides tragen; weclapp kennt auch Artikel, die zugleich chargen- und seriennummernpflichtig sind.

Wie lang darf eine Chargennummer sein?

Eine gesetzliche Längenvorgabe gibt es nicht. Im GS1-Code ist die Charge unter dem Datenbezeichner (10) auf 20 Zeichen begrenzt, also planst du dein Schema innerhalb dieser Grenze. Bei Lebensmitteln steht vor der Losangabe in der Regel ein „L“. Ohne Leer- und Sonderzeichen lesen Scanner und Importe die Nummer am sichersten.

Ist die Chargennummer bei Kosmetik Pflicht?

Ja. Art. 19 Abs. 1 Buchst. e der Verordnung (EG) Nr. 1223/2009 verlangt die Chargennummer oder ein Zeichen, das die Identifizierung ermöglicht, auf Behältnis und Verpackung. Ist das wegen der geringen Größe des kosmetischen Mittels praktisch nicht möglich, reicht die Angabe auf der Verpackung. Plane die Nummer deshalb schon beim Etikettendesign ein. Das ersetzt keine Rechtsberatung.

Ab welchem weclapp-Paket gibt es Chargennummern?

Laut weclapp-Preisseite gehören Serien- und Chargennummern zu den Paketen ERP Handel und Enterprise, zusammen mit Lagerverwaltung und mobiler Lager-App. Im Paket ERP Dienstleistung gibt es keine Bestandsartikel und damit keine Chargen. Prüfe dein Paket vor dem Projektstart, ein Wechsel ändert Lizenz und Funktionsumfang.

Kann ich in weclapp Chargen auch im Dropshipping erfassen?

Ja. weclapp legt standardmäßig Dummy-Chargen an. Schaltest du das unter Einstellungen > Einkauf > Dropshipping ab, hinterlegst du die Lieferantencharge an der Position, von Hand oder per CSV-Import, und sie erscheint auf dem Dropshipping-Lieferschein. So kannst du auch Ware zurückverfolgen, die nie durch dein Lager geht.

Brauchen Lebensmittel eine Chargennummer?

Sie brauchen eine Losangabe. Nach § 1 der Los-Kennzeichnungs-Verordnung, mit der Deutschland die Richtlinie 2011/91/EU umsetzt, darf ein Lebensmittel nur mit einer Angabe in den Verkehr gebracht werden, aus der das Los zu ersehen ist, in der Regel mit vorangestelltem „L“. Sie entfällt unter anderem, wenn das Mindesthaltbarkeits- oder Verbrauchsdatum mindestens Tag und Monat unverschlüsselt nennt. Dazu kommt die Rückverfolgbarkeit nach Art. 18 der Verordnung (EG) Nr. 178/2002. Das ersetzt keine Rechtsberatung.

Kann ich die Chargenpflicht später einschalten?

Für einen Artikel ohne Lagerbewegungen ja. Hat er schon Bestand und Buchungen, bleibt meist ein neu angelegter Artikel oder eine Umstellung per Script, bei der der Altbestand auf eine Platzhalter-Charge geht. Spiele das zuerst in einem Testsystem durch und plane den Stichtag so, dass keine offenen Lieferungen den alten Bestand reservieren.

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