Veröffentlicht von Markus Wals

FEFO oder FIFO: Welche Entnahmeregel passt zu deinem Lager?

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KI-generierte Illustration: Zwei Regalfächer mit Kartons, links mit Eingangsetiketten, rechts mit Kalendersymbolen, je ein Entnahmepfeil. Überschrift: FEFO oder FIFO

Kurz gesagt: FEFO lohnt sich, wenn deine Ware abläuft und neue Lieferungen früher ablaufen können als der Bestand im Regal. In weclapp stellst du FEFO für Chargenartikel in den Lagereinstellungen ein.

FIFO lagert aus, was zuerst eingegangen ist, FEFO lagert aus, was zuerst abläuft. Beide Regeln führen oft zum selben Ergebnis. Sie trennen sich, wenn eine neue Lieferung eher abläuft als der Bestand im Regal.

Hier liest du, wann welche Regel passt, wie du FEFO in weclapp einstellst und warum am Packtisch trotzdem die falsche Charge im Karton landen kann.

Das Wichtigste in Kürze

  • FIFO folgt dem Eingangsdatum. Was zuerst ins Lager kam, geht zuerst raus. Das reicht, solange ältere Ware auch früher abläuft.
  • FEFO folgt dem Ablaufdatum. Was zuerst abläuft, geht zuerst raus, auch wenn es später eingegangen ist.
  • FEFO braucht Chargen mit Datum. Ohne Chargennummer und Verfallsdatum am Bestand kann kein System nach Ablauf sortieren.
  • weclapp kann beides. FIFO ist Standard, FEFO heißt dort „Ältestes Verfallsdatum zuerst“ und gilt für automatische Entnahmen von Chargenartikeln.
  • Am Packtisch zählt, was im Karton liegt. Die beste Strategie im System hilft nichts, wenn jemand die falsche Charge greift.

Was bedeuten FIFO und FEFO?

FIFO steht für „First in, first out“. Die Ware, die am längsten im Lager liegt, wird zuerst entnommen. Das System braucht dafür nur ein Eingangsdatum je Bestand.

FEFO steht für „First expired, first out“. Hier entscheidet das Ablaufdatum: Die Ware, deren Verfallsdatum am nächsten bevorsteht, geht zuerst raus. Das System braucht dafür ein Datum je Charge, also je Produktionslos.

Beide Regeln trennen sich, sobald eine neue Lieferung eine kürzere Restlaufzeit hat als der Bestand im Regal. Das passiert etwa, wenn aus einem älteren Los geliefert wird oder eine Retoure zurück ins Lager kommt.

Fazit: FIFO sortiert nach Ankunft, FEFO nach Ablauf.

FIFO und FEFO im Vergleich

Merkmal FIFO FEFO
Sortiert nach Eingangsdatum des Bestands Verfallsdatum der Charge
Braucht im System Eingangsdatum Chargennummer und Verfallsdatum
Passt zu Ware ohne Ablaufdatum, gleichmäßige Lieferungen Ware mit Haltbarkeit, Lieferungen mit wechselnder Restlaufzeit
Risiko Später gelieferte, früher ablaufende Ware bleibt liegen Fehlt das Datum am Bestand, greift die Regel nicht
Aufwand im Wareneingang gering Charge und Datum je Lieferung erfassen

Fazit: FEFO kostet im Wareneingang mehr Sorgfalt und spart dafür abgelaufene Ware im Regal.

Welche Regel passt zu deinem Lager?

Die Entscheidung hängt weniger von der Branche ab als von zwei Fragen: Hat deine Ware ein Ablaufdatum, und kommen Lieferungen immer in der Reihenfolge ihres Ablaufs an?

Deine Lage Nimm Warum
Kein Ablaufdatum, zum Beispiel Ersatzteile oder Textilien FIFO Es gibt nichts, wonach FEFO sortieren könnte.
Ablaufdatum, Lieferungen kommen streng chronologisch FIFO oder FEFO Beide liefern dasselbe; FEFO ist robuster, falls sich das ändert.
Ablaufdatum, Restlaufzeit schwankt je Lieferung FEFO Nur so geht die kürzer haltbare Ware zuerst raus.
Kund:innen verlangen eine Mindestrestlaufzeit FEFO plus Prüfung FEFO wählt die älteste Charge; ob sie noch lang genug hält, musst du gesondert prüfen.

Fazit: Sobald ein Datum auf der Ware steht, ist FEFO der bessere Standard.

So stellst du FEFO in weclapp ein

Serien- und Chargennummern gibt es in weclapp in den Paketen ERP Handel und Enterprise (laut weclapp-Preisseite, Stand November 2026). Ohne Chargen gibt es kein Verfallsdatum je Bestand und damit auch kein FEFO.

Die Entnahmestrategie stellst du laut weclapp-Hilfe zu den Entnahmestrategien unter Globale Einstellungen > Lager > Lagereinstellungen im Bereich Entnahmen ein. Für automatische Entnahmen gibt es drei allgemeine Strategien:

  • FIFO, voreingestellt
  • „Bestand mit der geringsten Menge zuerst“
  • „Bestand mit höchster unreservierter Menge zuerst“

Dazu kommt für Chargennummernartikel eine eigene Option, „Ältestes Verfallsdatum zuerst“. Damit bevorzugt weclapp beim Anlegen von Entnahmen den Bestand, dessen Verfallsdatum am nächsten bevorsteht. Haben zwei Bestände dasselbe Verfallsdatum, entscheidet die allgemeine Strategie.

Zwei Details aus der Hilfe solltest du kennen:

  • Die Strategie gilt für automatische Entnahmen. Wer Entnahmen von Hand setzt, entscheidet selbst.
  • Jeder Bestand hat genau ein Eingangsdatum. Werden zwei Bestände per Umlagerung oder Wareneingang zusammengelegt, bleibt das neuere Datum. Für FIFO kann ein Zusammenlegen die Reihenfolge verschieben.

Fazit: FEFO ist in weclapp eine Einstellung, keine Erweiterung, setzt aber Chargenartikel voraus.

Was FEFO im Lager voraussetzt

Die Einstellung allein reicht nicht. FEFO funktioniert nur, wenn jede Charge mit ihrem Datum im System steht:

  • Beim Wareneingang in der mobilen Lager-App scannst du die Chargennummer oder gibst sie ein; das Verfallsdatum folgt im nächsten Schritt.
  • Diesen Schritt kann man überspringen, und genau dort entstehen die Lücken. Eine Charge ohne Datum lässt sich nicht nach Ablauf sortieren.

Bei der Kommissionierung in der mobilen Lager-App wird die Charge vor der Menge gescannt oder ausgewählt. So siehst du, ob die Hand im Regal zur Charge im System passt. Wie sich Wareneingang und Versand auch per KI-Anweisung in weclapp buchen lassen, zeigt unser Artikel zur Lagerbuchung per KI.

Fazit: FEFO ist nur so gut wie die Daten aus dem Wareneingang.

FEFO am Packtisch: Wo die Strategie scheitern kann

weclapp schlägt die Charge mit dem ältesten Verfallsdatum vor. Ob sie im Karton landet, entscheidet die Person am Packtisch: Steht im Regal eine neuere Charge vorn, greift sie schnell daneben, und im System steht trotzdem die vorgeschlagene.

Fulfillment 4 weclapp liest am Packtisch einen GS1-Code mit GTIN, Charge und Verfallsdatum und bucht die Menge genau auf die gescannte Charge. Den GS1-Scan schalten wir für dich frei, dafür brauchst du einen 2D-Scanner. Wie der Scan abläuft, steht auf der Seite Chargen und Seriennummern scannen.

Der Scan erzwingt FEFO nicht. Er sorgt dafür, dass weclapp die Charge kennt, die wirklich verschickt wurde. Für die Rückverfolgung ist das der entscheidende Punkt.

Fazit: FEFO steuert den Vorschlag, der Scan sichert die Wahrheit im Karton.

Worauf es in der Praxis ankommt

Die folgenden Punkte sind Empfehlungen für den Start. Hake sie ab, bevor du FEFO einschaltest.

  1. Lege die Chargenpflicht am Artikel fest, bevor du den ersten Bestand buchst. Hat ein Artikel schon Lagerbewegungen, wird die Umstellung aufwendig.
  2. Lege im Team fest, dass Ware mit Ablaufdatum nur mit erfasstem Datum eingelagert wird. Eine Charge ohne Datum kann FEFO nicht einordnen.
  3. Soll eine Charge nicht mehr raus, etwa wegen zu kurzer Restlaufzeit, lagere sie um auf einen Platz vom Lagerplatztyp „Gesperrt“. Von dort wird nicht kommissioniert.
  4. Reicht eine Charge nicht für die ganze Position, verteilst du die Menge auf mehrere Chargen, jede mit eigener Zeile.
  5. In einem begleiteten Projekt pickte ein externes Lagersystem nach eigener Ablauflogik eine andere Charge, als weclapp reserviert hatte. weclapp lehnte die gepickte beim Abschluss der Lieferung ab, oder der Lieferschein zeigte die reservierte. Melde die gepickte Charge vor der Entnahmebuchung an weclapp zurück.
  6. Liegt die falsche Charge im Karton, lege die Ware zurück ins Regal. Nur im System zu tauschen, verschiebt den Fehler in den Bestand.

Fazit: FEFO braucht Regeln im Team, nicht nur eine Einstellung.

Wann passt das nicht

  • Ware ohne Ablaufdatum: Dann gibt es nichts zu sortieren; bleib bei FIFO.
  • Kein Paket mit Chargen: Ohne ERP Handel oder Enterprise fehlen in weclapp Chargen und damit FEFO.
  • Entnahmen von Hand: Die Strategie wirkt auf automatische Entnahmen. Wer jede Entnahme manuell setzt, muss selbst nach Datum wählen.
  • Mindestrestlaufzeit je Kunde: FEFO wählt die älteste Charge, prüft aber nicht, ob sie für bestimmte Kund:innen noch lang genug hält. Das übernimmt die Entnahmestrategie nicht, dafür brauchst du eine eigene Regel.

Fazit: FEFO ist eine Sortierregel, keine Qualitätsprüfung.

Quellen und Grenzen

wals.pro ist weclapp-Partner, richtet weclapp ein und verkauft mit Fulfillment 4 weclapp ein Versand-Plugin, das Chargen am Packtisch scannt. Die Aussagen zu weclapp stammen aus der weclapp-Hilfe; die Pfade entsprechen ihrem Stand beim Abruf, die Oberfläche kann sich ändern. Die Praxispunkte sind Empfehlungen aus Projekten von wals.pro, ohne Kundennamen. Der Artikel beschreibt Lagerlogik, keine Rechtspflichten: Welche Haltbarkeitsangaben deine Ware tragen muss, hängt von der Produktgruppe ab.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen FIFO und FEFO?

FIFO entnimmt die Ware, die zuerst eingegangen ist. FEFO entnimmt die Ware, die zuerst abläuft. Bei Ware mit Haltbarkeit ist FEFO die genauere Regel, weil neue Lieferungen nicht immer länger haltbar sind. Ohne Ablaufdatum bleibt FIFO die einfachere Wahl, denn dann gibt es nichts, wonach FEFO sortieren könnte.

Kann weclapp FEFO?

Ja. Die Option „Ältestes Verfallsdatum zuerst“ stellst du unter Globale Einstellungen > Lager > Lagereinstellungen im Bereich Entnahmen ein. Sie gilt für automatische Entnahmen von Chargenartikeln. Chargen gibt es in den Paketen ERP Handel und Enterprise; das Verfallsdatum erfasst du je Charge im Wareneingang.

Was passiert, wenn zwei Chargen dasselbe Verfallsdatum haben?

Laut weclapp-Hilfe greift dann die allgemeine Entnahmestrategie, die im System hinterlegt ist, standardmäßig also FIFO. Haben beide Chargen auch dasselbe Eingangsdatum, etwa nach einem Zusammenlegen, lohnt ein Blick in die Entnahmen der Lieferung, bevor du kommissionierst.

Brauche ich für FEFO zwingend Chargennummern?

In weclapp ja, denn das Verfallsdatum hängt an der Charge. Ohne Charge gibt es kein Datum je Bestand, nach dem sortiert werden könnte. Lege die Chargenpflicht deshalb am Artikel fest, bevor du den ersten Bestand buchst; eine spätere Umstellung ist aufwendig.

Verhindert FEFO, dass abgelaufene Ware verschickt wird?

Nicht allein. FEFO bevorzugt die Charge mit dem ältesten Datum, auch wenn sie schon kurz vor Ablauf steht. Das übernimmt die Entnahmestrategie nicht. Soll eine Charge nicht mehr raus, lagere sie auf einen Platz vom Lagerplatztyp „Gesperrt“ um, von dem nicht kommissioniert wird, und prüfe Mindestrestlaufzeiten mit einer eigenen Regel.

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