Posted by Markus Wals

PlentyONE-Kosten und weclapp: So vergleichst du richtig

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KI-generierte technische Illustration: Zwei gleichwertige Kalkulationskarten für Waren und Nutzerrollen. Überschrift: Kosten vergleichen. Umfang mitrechnen.

Kurz gesagt: Die PlentyONE-Startpreise und das weclapp-Nutzermodell lassen sich nicht direkt nebeneinanderlegen: Das eine Modell hängt am Umsatz (GMV), das andere an der Zahl der Nutzer:innen. Vergleichbar wird es über die Gesamtkosten aus laufenden und einmaligen Posten, gerechnet mit deinen eigenen Mengen und Vertragsbedingungen.

„Was kostet PlentyONE, und was kostet weclapp?“ klingt nach einer einfachen Frage, ist aber keine. Beide Anbieter berechnen nach unterschiedlichen Größen, und ein Teil der Kosten steht gar nicht auf der Preisseite. Dieser Artikel zeigt, wie du sauber vergleichst, ohne dass am Ende ein Ergebnis steht, das du nur dem Prospekt glaubst.

Das Wichtigste in Kürze

  • PlentyONE richtet sich nach dem Umsatz (GMV), weclapp nach der Zahl der Nutzer:innen. Ein Preis pro Monat ist deshalb nicht automatisch mit dem anderen vergleichbar.
  • Die Startpreise bei PlentyONE enthalten 10.000 Euro GMV pro Monat. Mehr gebuchter GMV verändert die Grundgebühr; über dem gebuchten Limit gilt ein vertraglicher Prozentsatz.
  • Laufzeit, Kündigungsfrist und Umfang gehören in die Rechnung, nicht nur der Monatspreis.
  • Einmalige Kosten für Umstellung, Anbindungen und Schulung gehören zusätzlich zum laufenden Preis in die Rechnung.
  • Eine Pauschalaussage „teurer“ oder „günstiger“ ist ohne deine Zahlen nicht seriös.

Was PlentyONE öffentlich ausweist

PlentyONE nennt auf der Preisseite fünf Tarife. Die folgende Tabelle gibt die Startpreise wieder, Stand der Abfrage 01.11.2026. Alle Beträge sind netto zuzüglich Umsatzsteuer.

Tarif Startpreis pro Monat (netto)
Lite ab 59 Euro
Lite+ ab 99 Euro
Expand ab 149 Euro
Scale ab 229 Euro
Ultimate auf Anfrage

Wichtig ist das Wort „ab“. Die Startpreise enthalten laut Hersteller 10.000 Euro GMV pro Monat, nach Herstellerdefinition ohne Umsatzsteuer und Versand, vor Abzug von Retouren. Die Grundgebühr hängt vom gebuchten GMV ab. Oberhalb des gebuchten Limits berechnet der Anbieter laut Preisseite einen vertraglich vereinbarten Prozentsatz nur auf den überschießenden Betrag. Die Höhe dieses Satzes steht nicht öffentlich. Eine vollständige Tarifrechnung ist deshalb allein aus der Preisseite nicht möglich, und die dort genannten Umsatzobergrenzen der Tarife sind nicht dasselbe wie der enthaltene Umsatz.

Fazit: Der Startpreis ist ein Einstieg, kein Endpreis. Prüfe die Grundgebühr deiner gebuchten GMV-Stufe und den Prozentsatz für Überschreitungen dieses Limits.

Was die Mitteilung vom 03.04.2025 aussagt, und was nicht

PlentyONE führte am 03.04.2025 neue Editionen für Neukunden ein und erklärte damals bestehende Verträge für unverändert gültig. Das belegt weder eine allgemeine heutige Preiserhöhung noch unveränderte Konditionen bis heute. Für Bestandskund:innen zählen der konkrete Vertrag und spätere wirksame Änderungen; für ein neues Angebot die aktuell angebotenen Bedingungen.

Fazit: Rechne mit deinem eigenen Vertrag und nicht mit einer Pauschalaussage über Preissteigerungen.

Was weclapp berechnet

weclapp rechnet je Nutzer:in und Monat, netto zuzüglich Umsatzsteuer. Für ERP Handel weist die Herstellerseite am 01.11.2026 163 Euro bei jährlicher und 179 Euro bei monatlicher Buchung aus. Der Vergleich braucht die tatsächlich benötigten Rollenlizenzen und Add-ons; der Starter-Einstieg ist kein gleichwertiger Ersatz für ERP Handel. Laut FAQ kannst du die Zahl jährlich gebuchter Lizenzen zum Laufzeitende reduzieren; bei monatlicher Buchung gilt dafür eine Kündigungsfrist von einem Monat.

Der Kern des Unterschieds: Bei weclapp zählen Lizenzanzahl und Rollenmix, bei PlentyONE Plan und gebuchte GMV-Stufe sowie mögliche Überschreitungen. Wer wenig Umsatz mit vielen Nutzer:innen macht, rechnet anders als jemand mit hohem Umsatz und kleinem Team.

Fazit: Du vergleichst nicht zwei Preise, sondern zwei Rechenlogiken. Beide brauchen deine eigenen Mengen.

Gesamtkosten rechnen: Formel und Vorgehen

Das ist mein eigenes Vorgehen, keine Herstellerangabe. Bilde für beide Varianten einen Zeitraum, zum Beispiel 36 Monate, und rechne so:

Gesamtkosten im Vergleichszeitraum = Summe aller monatlichen Betriebskosten + einmalige Umstellungskosten + ausgewiesene Reserve für verbleibende Unsicherheiten.

Laufende Kosten sind Tarif oder Lizenzen, Überschreitung beim GMV, Add-ons, Rollenlizenzen, Connectors, Plugins, Hosting und externe Dienste. Einmalige Kosten sind Datenmigration, Aufbau von Belegen und Regeln, Anbindungen, Tests, Schulung und die Zeit deines Teams. Berücksichtige auch überlappende Verträge während der Umstellung und den später nötigen Zugriff auf Altdaten. Eine Reserve kann Restunsicherheit abdecken; ein Kanal ohne nachgewiesene Lösung bleibt dagegen ein Entscheidungshindernis und wird nicht durch einen geschätzten Geldbetrag erledigt. Rechne drei Szenarien: dein heutiger Umsatz und deine heutige Teamgröße, ein Wachstumsfall und ein Rückgangsfall. So siehst du, bei welcher Größe sich das Verhältnis dreht.

Prüfe zusätzlich Laufzeit und Kündigungsfrist beider Seiten. Auf der abgerufenen PlentyONE-Preisseite haben wir dazu keine eindeutigen Angaben gefunden; kläre sie im Angebot. Rechne auch weiterlaufende Vertragskosten ein, falls du eine Variante früher ablöst.

Fazit: Rechne über einen festen Zeitraum, mit laufenden und einmaligen Kosten und mit drei Szenarien.

Vergleichs-Checkliste zum Ausfüllen

Kopiere die Liste und trage für beide Seiten deine Werte ein. Offene Felder sind selbst ein Ergebnis.

  • Monatlicher GMV heute und erwartet in 12 und 36 Monaten (ohne Umsatzsteuer und Versand, vor Retouren): ____
  • Tarif und Grundgebühr bei PlentyONE laut Angebot: ____
  • Gebuchte GMV-Stufe, enthaltenes Limit und Überschreitungssatz laut Vertrag: ____
  • Anzahl Nutzer:innen heute und erwartet, aufgeteilt nach Rolle: ____
  • Lizenzpreis bei weclapp laut Angebot, mit Laufzeit: ____
  • Add-ons, Rollenlizenzen, Plugins, Connectors beider Seiten: ____
  • Laufzeit und Kündigungsfrist beider Seiten: ____
  • Einmalige Kosten: Migration, Belege, Regeln, Anbindungen, Tests, Schulung, interne Zeit: ____
  • Offene Kosten mit begründeter Reserve; technisch ungeklärte Pflichtfunktionen separat markieren: ____
  • Gesamtkosten im gewählten Zeitraum, drei Szenarien: ____

Fazit: Wer jede Zeile mit einer Zahl oder einem klar benannten offenen Punkt füllt, vergleicht belastbar.

Was du aus dem Ergebnis ableitest

Ob eine Variante günstiger ist, zeigt erst deine Rechnung, und selbst dann nur für deinen Zeitraum und deine Annahmen. Liegen beide Varianten nah beieinander, entscheiden andere Kriterien: Passung der Prozesse, Aufwand der Umstellung und Risiko. Dazu hilft dir der Artikel Plentymarkets-Alternative weclapp. Allgemein zu Preislogiken von Shop und ERP findest du Hintergrund im Beitrag Preismodelle bei Shop und ERP. Wenn du den Wechsel konkret planst, beschreibt Von plentymarkets zu weclapp: Daten und Prozesse migrieren das Vorgehen, und die Seite zur weclapp-Migration gibt den Überblick.

Fazit: Die Rechnung liefert eine Entscheidungsgrundlage, keinen automatischen Sieger.

Quellen und Grenzen

Die Rechnung ist ein eigenes Planungsmodell, kein Angebot und kein Sparversprechen. Die abgerufene PlentyONE-Preisseite liefert keine vollständige GMV-Tarifrechnung und keine eindeutigen Laufzeit-/Kündigungsangaben; konkrete Verträge bleiben maßgeblich.

Häufige Fragen

Ist PlentyONE teurer geworden?

Das lässt sich aus den öffentlichen Angaben nicht pauschal sagen. Die Mitteilung vom 03.04.2025 galt neuen Editionen für Neukunden und bestätigte damals bestehende Verträge. Für deine heutigen Kosten sind dein Vertrag und spätere Änderungen maßgeblich.

Was bedeutet GMV bei PlentyONE?

GMV wird laut PlentyONE ohne Umsatzsteuer und Versand sowie vor Abzug von Retouren gerechnet. Prüfe die genaue Abgrenzung in deinem Vertrag. Die Startpreise enthalten laut Preisseite 10.000 Euro GMV pro Monat.

Kann ich PlentyONE und weclapp direkt nach dem Preis vergleichen?

Nicht direkt. PlentyONE richtet sich nach dem Umsatz, weclapp nach der Zahl der Nutzer:innen. Vergleichbar wird es über die Gesamtkosten aus laufenden und einmaligen Posten in einem festen Zeitraum.

Welche Zusatzkosten gehören in den Vergleich?

Einmalige Posten wie Migration, Aufbau von Belegen und Regeln, Anbindungen, Tests, Schulung und die Arbeitszeit deines Teams. Dazu kommen Add-ons, Rollenlizenzen und Plugins.