Von plentymarkets zu weclapp: Daten und Prozesse migrieren
Kurz gesagt: Für den Wechsel von plentymarkets beziehungsweise PlentyONE zu weclapp brauchst du eine geprüfte Zuordnung der Daten, getestete Importdateien und einen Stichtag mit eindeutigem Bestandsführer. Plane Shop, Anbindungen und Regeln als eigene Arbeitspakete; eine automatische Komplettumwandlung ist durch die hier geprüften Quellen nicht belegt.
Wer von plentymarkets zu weclapp wechselt, verschiebt nicht eine Datenbank, sondern drei Dinge: Stammdaten, laufende Vorgänge und die Regeln, nach denen dein Betrieb heute arbeitet. Dieser Artikel zeigt ein Vorgehen, das du an deinen Shop anpassen kannst. Es ist meine eigene Empfehlung und keine Herstellergarantie.
Das Wichtigste in Kürze
- Plane pro Objekt: Stammdaten, Varianten, Bestand, offene Vorgänge, Belege, Shop und Regeln.
- Lege vorab fest, welche alte ID welcher neuen ID entspricht, und halte das in einer Mapping-Tabelle fest.
- Prüfe eine kleine Testmenge mit den weclapp-Vorlagen in einem separaten Testmandanten, bevor du produktiv importierst.
- Am Umschalttag führt genau ein System den Bestand, nie zwei.
- Vergleiche nach dem Import Zahlen und Stichproben und lege vorher fest, wann du abbrichst.
Zielbild festlegen
Bevor du exportierst, beschreibst du, wie der Betrieb nach dem Wechsel laufen soll. Wer führt die Artikelstammdaten, wer den Bestand, wo entstehen Aufträge, und was übernimmt der Shop? Bei weclapp sind Shop, ERP und Anbindung getrennte Bausteine, das zeigt etwa die Beschreibung des Shopify-Connectors. Deshalb gehört die Frage „Wo entsteht welche Information?“ an den Anfang, nicht ans Ende. Einen Überblick über die Zielarchitektur findest du auf der Seite zur weclapp-Migration, die Anbindungen beschreibt die Seite zu den weclapp-Schnittstellen. Ob der Wechsel für dich überhaupt sinnvoll ist, klärt der Artikel Plentymarkets-Alternative weclapp, die Kosten rechnest du mit PlentyONE-Kosten und weclapp.
Fazit: Erst das Zielbild, dann die Daten. Sonst wanderst du mit alten Gewohnheiten in ein neues System.
Quell-ID und Ziel-ID: das Mapping
Halte für jeden übernommenen Datensatz die Quellkennung und die zugeordnete Zielkennung fest. Vorhandene Datensätze im Ziel müssen erkannt werden; neue entstehen nur nach deiner festgelegten Dublettenregel. Artikel-, Kunden- und externe Bestellnummern können als Brücke dienen, müssen aber vorher auf Eindeutigkeit geprüft werden. Der PlentyONE-Export bietet mehrere Dateiformate, deckt jedoch nicht jede Datenart ab: Exportierbar heißt nicht direkt in weclapp importierbar.
Fazit: Das Mapping ist dein Beweisstück. Damit lassen sich Abweichungen bis zum Ursprungsdatensatz zurückverfolgen.
Migrationsmatrix: Objekt für Objekt
Die Tabelle ist mein Planungsraster. Sie beschreibt kein automatisches Verfahren, sondern fragt je Objekt die gleichen Dinge ab.
| Objekt | Quelle | Zuordnung | Weg ins Ziel | Prüfung |
|---|---|---|---|---|
| Stammdaten (Kunden, Lieferanten) | Export aus plentymarkets | Kunden-/Lieferantennummer, auf Eindeutigkeit geprüft | Import per weclapp-Vorlage | Stichprobe, Dublettenprüfung |
| Artikel und Varianten | Export mit Variantenebene | Artikelnummer, Variantennummer | Zielmodell und Vorlage je Variantenstruktur prüfen | Anzahl und Preise je Artikel |
| Bestand | Bestandsliste am Stichtag | Artikelnummer, Lager und Lagerplatz; ggf. Charge/Serie | Stichtagsinventur; Eignung für Charge/Serie im Test prüfen | Menge je Artikel und Lagerplatz; ggf. Charge/Serie |
| Offene Kundenaufträge | Auftragsexport | Externe Bestell- und Auftragsnummer | Geprüft übernehmen oder im Altsystem abschließen | Offene Mengen, Zahlungen, Reservierungen und Belegbezug |
| Offene Einkaufsbestellungen | Bestellexport | Bestellnummer und Lieferant | Geprüft übernehmen oder im Altsystem abschließen | Offene Liefermengen und bereits gebuchte Eingänge |
| Belege (Historie) | PDF- oder Datenexport | Belegnummer | Archivieren, nicht neu buchen | Zugriff gesichert |
| Shop | Shop-Daten und Kanäle | Artikelnummer und externe Produkt-/Varianten-/Bestell-ID | Connector einrichten | Testbestellung |
| Regeln und Automationen | Dokumentation der Ereignisse | Funktion statt Einstellung | Funktional nachbauen | Testfälle je Regel |
Fazit: Wer jede Zeile mit einem konkreten Weg füllt, sieht früh, wo Handarbeit bleibt.
Testimport und Regeln nachbauen
weclapp stellt laut Dokumentation je Importart eine Vorlage bereit. Pflichtfelder müssen gefüllt sein, Systemwerte wie Einheiten oder Währungen legst du vorher an, und bei Aktualisierungen gibt es eine Dublettenprüfung. Die Importhilfe nennt den Windows-Zeichensatz ISO-8859-1 als Voraussetzung; prüfe die aktuelle Vorlage und die Codierung deiner Exportdatei, auch wenn du auf einem Mac arbeitest. Kläre Verfügbarkeit, Konditionen und Einrichtung eines separaten Testmandanten vorab. Importiere zuerst eine kleine Menge in diesen Testmandanten mit abgeschaltetem echtem Mailversand, Versandbuchungen und produktiven Anbindungen. Prüfe Umlaute, Preise und Zuordnungen. Wiederhole den Import gezielt: Vorhandene Daten müssen anhand der festgelegten Schlüssel aktualisiert werden, statt neue Dubletten zu erzeugen. Nimm dabei gezielt Sonderfälle wie Varianten, fehlende Pflichtfelder und bereits vorhandene Datensätze auf; eine reine Zufallsstichprobe reicht dafür nicht.
Plane die Reihenfolge: Systemwerte, Kunden und Lieferanten, Artikel, geprüfte ID-Zuordnungen, Bestand, offene Vorgänge und erst dann die Aktivierung der Anbindungen. Lege genau ein führendes System für Artikelstammdaten fest. Prüfe den ersten Connector-Abgleich gegen deine importierten Artikel, bevor du ihn produktiv freigibst: Ein bidirektionaler Abgleich darf dieselben Artikel nicht nochmals neu anlegen.
Regeln aus plentymarkets, etwa Ereignisaktionen oder Versandlogik, wandelt kein Werkzeug um, das wir öffentlich belegen können. Beschreibe sie deshalb als Funktion: „Wenn eine bezahlte Bestellung eingeht, soll der Lieferschein entstehen und das Etikett gedruckt werden.“ Danach prüfst du, wie weclapp, Shop-Connector oder eine Automationsplattform diese Funktion abbilden. Der Onboarding-Service von weclapp unterstützt bei der Übernahme von Altdaten, einen pauschal automatischen Import von plentymarkets belegt das öffentlich nicht.
Fazit: Teste klein, baue Regeln als Funktion neu und verlasse dich nicht auf eine automatische Umwandlung.
Umschaltung: ein führendes Lagersystem
Am Umschalttag hat jeder Bestandsbereich genau einen führenden Schreiber. Pausiere vor dem finalen Import die betroffenen automatischen Übertragungen und dokumentiere, bis zu welcher Auftragskennung oder welchem Zeitpunkt das Altsystem verarbeitet hat. Kläre ausstehende Warteschlangen, Reservierungen und laufende Lieferungen, bevor du den Stichtagsbestand übernimmst. Eine Verkaufspause kann dafür nötig sein; sie ist pro Kanal zu planen und kein pauschales Muss.
Die weclapp-Stichtagsinventur setzt Lagerartikel voraus und sperrt das Lager oder den ausgewählten Bereich während der Inventur. Ob der gewählte Übernahmeweg auch deine Chargen- und Seriennummernstruktur abbildet, muss bereits im Testlauf geklärt sein. Prüfe danach die Mengen je Artikel und Lagerplatz sowie relevante Chargen oder Seriennummern; eine Gesamtsumme kann vertauschte Einzelbestände verdecken. Aktiviere anschließend jeweils den geprüften neuen Übertragungsweg und kontrolliere Auftragsübernahme, Beleg, Mail, Etikett und Bestandsmeldung, bevor du den nächsten Kanal freigibst. Alte Automationen bleiben für diese Vorgänge aus.
Für Retouren nach dem Stichtag legst du getrennt fest, wo der Beleg bearbeitet wird und welches System den zurückgekommenen Bestand bucht. Ein weiter lesbares Altsystem darf dadurch nicht erneut zum zweiten Bestandsführer werden. Historische Belege buchst du nicht blind neu, das erzeugt Dubletten. Fragen zu Archivierung und steuerlichen Pflichten klärst du mit deiner Steuerberatung, das ist keine Rechtsberatung.
Plane das Vertragsende rechtzeitig, lass den benötigten Plenty-Zugriff aber erst nach erfolgreichem Abgleich und nachgewiesenem Archivzugriff auslaufen. Ein ungeprüfter Export ersetzt diesen Zugriff nicht.
Fazit: Ein dokumentierter Stichtag und klare Zuständigkeiten machen doppelte Verarbeitung erkennbar und vermeidbar.
Abgleich und Abbruchkriterien
Nach dem Import vergleichst du Zahlen, nicht Gefühle. Folgende Liste hilft:
- Die freigegebene Übernahmemenge stimmt mit dem Ziel überein; zusammengeführte Dubletten und ausgeschlossene Daten sind erklärt.
- Bestandsmengen je Artikel und Lagerplatz stimmen; Chargen, Seriennummern, Reservierungen und Bewertung sind, soweit relevant, abgeglichen.
- Eine Stichprobe von Artikeln, Preisen und Adressen ist fehlerfrei.
- Offene Vorgänge sind vollständig und nicht doppelt.
- Eine Testbestellung läuft vom Shop bis zum Versand durch.
Lege vor dem Start messbare Stop-Kriterien fest, etwa ungeklärte Bestandsdifferenzen, fehlende Pflichtkanäle oder doppelte Auftragsübernahme. Vor der ersten produktiven Buchung kann die vorbereitete Rückkehr zum alten Ablauf greifen. Sobald im Ziel echte Vorgänge entstanden sind, ist ein einfaches Zurückschalten gefährlich: Erst deren Bearbeitungsstand und externe Wirkungen abgleichen, dann nach dem vorbereiteten Wiederanlaufplan entscheiden.
Fazit: Abgleich und Abbruchkriterien gehören vor den Start, nicht hinter den Fehler.
Quellen und Grenzen
- PlentyONE: Standardformate für Exporte — abgerufen am 01.11.2026.
- weclapp: Datenimport — abgerufen am 01.11.2026.
- weclapp: Inventur und Bestandsimport — abgerufen am 01.11.2026.
- weclapp: Onboarding — abgerufen am 01.11.2026.
- weclapp: Shopify-Anbindung — abgerufen am 01.11.2026.
Matrix, Testauswahl und Umschaltplan sind eigene Handlungsempfehlungen, kein universeller Herstellerprozess. Die Quellen belegen keine automatische Komplettmigration; konkrete Importtypen, Archive und Buchungsfragen sind für deinen Betrieb zu prüfen.
Häufige Fragen
Gibt es einen automatischen Import von plentymarkets nach weclapp?
Öffentlich haben wir keinen belegt gefunden. weclapp beschreibt Importvorlagen je Datenart, die du mit deinen Exportdaten füllst. Plane deshalb mit Aufbereitung und Testläufen.
Wie übernehme ich den Bestand?
Über eine Stichtagsinventur in weclapp, die den Bestand übernehmen oder aktualisieren kann. Voraussetzung sind lagerführende Artikel. Währenddessen ist das Lager beziehungsweise der ausgewählte Bereich gesperrt; Bewertung und Reservierungen musst du beachten. Die Übernahme von Chargen und Seriennummern ist für deinen gewählten Weg separat zu testen.
Was passiert mit alten Rechnungen und Belegen?
Ich empfehle, sie zu archivieren und nicht neu zu buchen, damit keine Dubletten entstehen. Archivierungs- und Aufbewahrungspflichten klärst du mit deiner Steuerberatung.
Wie baue ich meine Regeln nach?
Beschreibe jede Regel als Funktion und prüfe, wie weclapp, der Shop-Connector oder eine Automation sie abbildet. Eine automatische Umwandlung von plentymarkets-Regeln haben wir öffentlich nicht gefunden.