Lager & Kommissionierung in weclapp

Wie organisierst du Lager und Kommissionierung in weclapp, vom Wareneingang bis zum Packtisch?

Kurz gesagt: In weclapp bildest du das Lager mit Lagerplätzen und Platztypen ab, Entnahmen reservieren den Bestand je Lieferung, gepickt und versendet wird am Desktop oder in der Mobile Lager-App. Ein eigenes Lagersystem lohnt sich vor allem, wenn du mehrere Aufträge in einem Rundgang picken willst: Das kann weclapp laut Hilfe nicht.

Du brauchst dafür das Paket ERP Handel, die Mobile Lager-App ist laut weclapp-Preisseite enthalten (Stand Oktober 2026). Der Ablauf hat fünf Schritte: Lager aufbauen, Ware einbuchen, Bestand reservieren, kommissionieren und versenden.

Ein kleines Lager kommt mit Universalplätzen und Entnahmen direkt in der Lieferung aus, ein größeres nutzt Platztypen, Umlagerungen und Kommissionieraufträge.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Lagerstruktur bestimmt alles Weitere. Lagerplatztypen legen fest, wo Ware ankommen, lagern und kommissioniert werden darf. Den Typ änderst du nur ohne Bestand.
  • Entnahmen reservieren den Bestand. weclapp kann sie automatisch anlegen, etwa beim Speichern der Lieferung.
  • Der Kommissionierauftrag ist optional. Ohne Konsolidierplatz versendest du direkt aus der Lieferung.
  • Die Grenze liegt beim Sammelpicking. Mehrere Aufträge in einem Rundgang picken kann weclapp laut Hilfe nicht.
  • Die Inventur ist eine Stichtagsinventur. Das gezählte Lager ist dabei gesperrt.

Wie kommt die Ware vom Wareneingang zum Versand?

  • Lager aufbauen: Je Lager legst du Lagerorte, Regale und Blocklagerplätze an, dazu Adressen und Standardlagerplätze, laut weclapp-Hilfe zur Lagereinrichtung. Jeder Platz bekommt einen Typ wie Wareneingang, Vorrat oder Kommissionierung; was jeder Typ darf, zeigt die Übersicht der Lagerplatztypen.
  • Wareneingang: Ware kommt auf einem Wareneingangs- oder Universalplatz an. Vom Wareneingangsplatz ist sie noch nicht kommissionierbar. Per Transportauftrag lagerst du sie auf Vorrats- oder Kommissionierplätze um.
  • Reservieren: Entnahmen legen je Lieferung fest, von welchem Platz die Ware kommt. Die Reihenfolge steuert die Entnahmestrategie, Standard ist FIFO, laut weclapp-Hilfe zu Entnahmestrategien. Für Mindesthaltbarkeit und Rückruf siehe Chargenrückverfolgung im ERP.
  • Kommissionieren: Steht in der Lieferung ein Konsolidierplatz, erstellst du den Kommissionierauftrag per Workflow, sobald alle Entnahmen angelegt sind. Mit der Option „Kommissionierauftrag bei vollständigen Entnahmen automatisch erstellen“ legt weclapp ihn selbst an, so die weclapp-Hilfe zur Kommissionierung.
  • Versenden: In der Mobile Lager-App erstellst du Lieferschein und Versandetikett und versendest, sobald alle Positionen kommissioniert auf dem Konsolidierplatz liegen und die Lieferung eine Versandart hat, laut Hilfe zu den Funktionen der Mobile Lager-App und zum Versenden mit der App.

Fazit: Platztypen legen fest, wo Ware ankommt, lagert und entnommen wird.

Was passiert in welchem Schritt?

Schritt Was passiert Wo Gut zu wissen
Lager aufbauen Lagerorte, Regale, Plätze und Platztypen anlegen Einstellungen in weclapp Typ nur ohne Bestand änderbar, Plätze mit Bewegungen nur deaktivierbar
Wareneingang Ware annehmen und einbuchen weclapp oder Mobile Lager-App Bestand auf Wareneingangsplätzen ist noch nicht kommissionierbar
Umlagern Vom Eingang oder Vorrat in den Kommissionierbereich weclapp oder Mobile Lager-App Nur innerhalb eines Lagers; zwischen Lagern per interner Lieferung
Kommissionieren Entnahmen picken, auf dem Konsolidierplatz sammeln weclapp oder Mobile Lager-App Eine Lieferung je Kommissionierauftrag, keine Sammelkommissionierung
Versenden Lieferschein und Label erzeugen, Lieferung versenden weclapp, Mobile Lager-App oder Packtisch-Software Erst wenn alles kommissioniert auf dem Konsolidierplatz liegt

Fazit: Vom Wareneingang bis zum Versand kann alles in weclapp bleiben.

Am Packtisch: Was übernimmt Fulfillment 4 weclapp?

Fulfillment 4 weclapp ist unsere Versandsoftware für den Packtisch: Ein EAN-Scan bestätigt jede Position, das Label erzeugst du mit einem Klick, auch ohne Kommissionierauftrag und mit MDE-Gerät. Mehrere Versanddienstleister an einem Packplatz erklärt ERP mit mehreren Versanddienstleistern.

Dazu bauen wir ein Sammelpicking mit Wagen für mehrere Lieferungen einer Versandart. Es läuft bisher bei ausgewählten Kund:innen und ist noch nicht allgemein verfügbar; Umfang und Zeitpunkt können sich ändern. Transparenz: wals.pro ist weclapp-Partner und verkauft Fulfillment 4 weclapp.

Fazit: Eine Packtisch-Software kommt dazu, wenn vor dem Versand jede Position per Scan geprüft werden soll.

Reicht die Warenwirtschaft oder brauchst du ein WMS?

Ein eigenes Lagerverwaltungssystem (Warehouse Management System, WMS) lohnt sich, wenn du die Arbeit im Lager planen musst, etwa mit Pickwellen, Wegeoptimierung, Nachschub oder Fördertechnik. Die Prüffragen dazu stehen im Beitrag Warenwirtschaft oder WMS: Wann lohnt sich ein eigenes Lagersystem?

Fazit: Ein WMS lohnt sich, wenn du das Lager steuern musst, nicht schon, wenn du Bestand führst.

Wie läuft die Inventur in weclapp?

Kaufleute müssen zum Schluss jedes Geschäftsjahres ein Inventar aufstellen (§ 240 Abs. 2 HGB). Einzelkaufleute mit höchstens 800.000 € Umsatzerlösen und 80.000 € Jahresüberschuss an zwei aufeinanderfolgenden Abschlussstichtagen sind davon befreit (§ 241a HGB). § 241 HGB erlaubt drei Vereinfachungen:

  • eine Stichprobeninventur mit anerkannten mathematisch-statistischen Methoden (Abs. 1),
  • ein anderes Verfahren nach den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung ohne körperliche Bestandsaufnahme zum Stichtag, in der Praxis meist permanente Inventur genannt (Abs. 2),
  • ein Inventar bis drei Monate vor oder zwei Monate nach dem Geschäftsjahresende, dessen Werte auf den Stichtag fortgeschrieben oder zurückgerechnet werden (Abs. 3).

Die Inventur in weclapp ist laut weclapp-Hilfe zur Inventur eine Stichtagsinventur je Lager oder Lagerbereich. Der Bereich ist während der Zählung gesperrt, ein Bewertungspreis je Position ist Pflicht, Zählergebnisse importierst du über die weclapp-Vorlage oder erfasst sie in der Mobile Lager-App, sofern die Inventur am Desktop angelegt ist. Eine permanente Inventur oder eine Stichprobeninventur als eigenes Verfahren beschreibt die Hilfe nicht.

Fazit: Plane die Inventur in weclapp als Zählung je Lagerbereich und löse vorher offene Reservierungen auf.

Worauf es in der Praxis ankommt

Viele Lagerprobleme in unseren weclapp-Projekten sind Folgen der Einrichtung, keine Systemfehler. Diese fünf haben wir erlebt.

Ware liegt im Lager, die Lieferung findet sie nicht. Plätze vom Typ „Universal ohne Kommissionierung“ und Sperrplätze halten Bestand, den Lieferungen nicht entnehmen. Landet Retouren-Gutware dort, wirkt sie wie Fehlbestand. Lagere sie auf einen kommissionierbaren Platz um.

Eine Umbuchung scheitert, obwohl genug Bestand da ist. In einem Fall, den wir betreut haben, reservierte ein offener Transportauftrag die ganze Menge. Soll nur ein Teil umziehen, storniere den noch nicht begonnenen Auftrag und lagere die Teilmenge neu um. Prüf vor dem Löschen einer Lieferung, welcher Beleg den Bestand sperrt.

Eine Teilmenge wird gepickt, versendet wird die volle Menge. Bei einer unterkommissionierten Position setzt weclapp beim Picken ohne Fehlermeldung wieder die volle Menge. Reduziere zuerst die Menge in der Lieferung und picke danach, siehe Beitrag zur Lagerbuchung per KI in weclapp.

Ein falsches Standardlager zieht sich durch alle Belege. Neue Lieferungen entstehen im Standardlager und tragen dessen Adressen. Ist es falsch gesetzt, storniere die offenen Lieferungen im alten Lager, statt sie zu löschen, und leg sie im richtigen neu an.

Die Inventur blockiert den Versand. Das gezählte Lager ist für Lagerbewegungen gesperrt. Zähl außerhalb der Versandzeiten oder bereichsweise und versende offene Lieferungen vorher.

Diese Reihenfolge hat sich bei der Einrichtung bewährt:

  1. Nur so viele Lager und Plätze anlegen, wie du physisch unterscheidest.
  2. Platztypen festlegen, bevor Bestand darauf liegt. Retouren, Bruch und Sperrware bekommen eigene, nicht kommissionierbare Plätze.
  3. Standardlager und Standardlagerplätze prüfen. Ein Standardlagerplatz Konsolidierung landet in jeder neuen Lieferung. Ist zusätzlich die Lieferschein-Einstellung „Lieferung vollständig konsolidiert“ gewählt, musst du laut Hilfe mit Kommissionierprozess arbeiten.
  4. Jedem Lagerplatz einen Barcode im Feld „Barcode“ geben und die Etiketten anbringen.
  5. Scanner testen: In unseren Projekten musste er nach dem Code ein Enter senden und auf deutschem Tastaturlayout stehen. Die Handykamera schließt weclapp aktuell aus, jede:r meldet sich mit dem eigenen API-Token an.
  6. Den Anfangsbestand per Stichtagsinventur mit bekanntem Bewertungspreis buchen, Test- und Altplätze vorher bereinigen.
  7. Bei internen Lieferungen je Ziellager einstellen, ob der Wareneingang automatisch gebucht oder nur angelegt wird.
  8. Eine Probelieferung mit Teilmenge und Retoure bis zum Etikett durchspielen.

Fazit: Leg Platztypen, Standardlager und Barcodes vor dem ersten Wareneingang fest.

Wann passt das nicht

  • Du willst mehrere Aufträge in einem Rundgang picken: weclapp hat laut Hilfe keine Sammelkommissionierung.
  • Dein Lager braucht Wegeoptimierung, Nachschub oder Fördertechnik: Das beschreibt die weclapp-Hilfe nicht, dafür ist ein WMS gebaut.
  • Du lagerst häufig zwischen Lagern um: Das geht nur über eine interne Lieferung, nicht als Umlagerung.
  • Du verkaufst aus einem einzigen Regal: Dann reichen ein Universal-Lagerplatz und Entnahmen direkt in der Lieferung.
  • Dein Lager betreibt ein Fulfillment-Dienstleister: Dann zählt dessen System, weclapp bekommt Aufträge und Bestände per Schnittstelle.

Fazit: weclapp passt für ein eigenes Lager, in dem du Aufträge einzeln pickst.

Quellen und Grenzen

Stand: 4. November 2026.

Abgerufen am 4. November 2026; der „Stand“ einer Hilfeseite ist ihr Änderungsdatum. Die fünf Schritte, die WMS-Auslöser und der Praxisabschnitt sind unsere Einordnung aus Projekten, keine Herstellerangabe.

Ältere Hilfeartikel widersprechen teils neueren: Die Kurzantworten nennen den Lieferschein nur am Desktop, ältere Seiten ein Add-on Lagerverwaltung. Maßgeblich sind der neuere Artikel und die Preisseite; prüf den Stand in deinem System. Steuerliche Aufzeichnungspflichten und die Rechtslage in Österreich behandelt diese Seite nicht.

Häufige Fragen

Welches weclapp-Paket brauche ich für Lager und Kommissionierung?

Laut weclapp-Preisseite gehört die Lagerverwaltung inklusive Mobile Lager-App zum Paket ERP Handel (Stand Oktober 2026). Für Mitarbeitende, die nur im Lager arbeiten, gibt es eine Einzellizenz Lager ab 49 € im Monat. Einzellizenzen sind nur zusammen mit ERP Dienstleistung oder ERP Handel buchbar.

Muss ich in weclapp mit Kommissionieraufträgen arbeiten?

Nein. Setzt du in der Lieferung keinen Konsolidierplatz, legst du die Entnahmen direkt in der Lieferung an, erzeugst den Lieferschein und versendest. Ein Standardlagerplatz Konsolidierung trägt sich aber in jede neue Lieferung ein. Ist zusätzlich „Lieferung vollständig konsolidiert“ eingestellt, musst du laut Hilfe mit Kommissionierprozess arbeiten. Prüf beides vor dem Start.

Kann ich mit der Mobile Lager-App eine Lieferung abschließen?

Ja. Laut weclapp-Hilfe erstellst und druckst du in der App Lieferschein und Versandetikett und versendest die Lieferung. Voraussetzung ist, dass alle Positionen kommissioniert auf dem Konsolidierplatz liegen und die Lieferung eine Versandart hat. Gescannt wird mit Touchcomputer oder Smartphone mit Bluetooth-Scanner, die Handykamera schließt weclapp aktuell aus.

Warum findet die Lieferung Bestand nicht, der im Lager liegt?

Meist liegt die Ware auf einem Platz, von dem weclapp nicht entnimmt: Wareneingang, Sperrplatz oder „Universal ohne Kommissionierung“. Oder ein offener Transportauftrag kann die Menge reservieren. Prüf zuerst den Lagerplatztyp und offene Transportaufträge, und lagere Gutware auf einen kommissionierbaren Platz um.

Welche Entnahmestrategien gibt es in weclapp?

Standard ist FIFO, der älteste Bestand geht zuerst raus. Dazu kommen „geringste Menge zuerst“, um Lagerplätze leer laufen zu lassen, und „höchste unreservierte Menge zuerst“. Für Chargenartikel gibt es zusätzlich „Ältestes Verfallsdatum zuerst“. Laut weclapp-Hilfe gelten die Strategien für Aufträge, Lieferungen, interne Lieferungen, Produktionsaufträge und den Ladenverkauf.

Ist das Lager während der Inventur gesperrt?

Ja. Laut weclapp-Hilfe ist das gewählte Lager oder der gewählte Lagerbereich während der Inventur gesperrt. Versende deshalb vorher offene Lieferungen oder entferne deren Entnahmen, damit Soll- und Ist-Bestand nicht wegen offener Reservierungen auseinanderlaufen. Korrigiere auch falsche Wareneingänge vor der Zählung, denn die Buchungspreise sind in der Inventur festgelegt.

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