Veröffentlicht von Markus Wals

Wie druckst du Versandetiketten direkt aus der Warenwirtschaft (DHL, DPD, GLS, Post AT/CH)?

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KI-generierte Illustration: Ein Paket mit Beleg, ein Lagergebäude und ein Etikettendrucker, der ein Barcode-Etikett ausgibt. Überschrift: Versandetiketten aus der Warenwirtschaft

Kurz gesagt: Du druckst Versandetiketten aus der Warenwirtschaft, sobald du einen Geschäftskundenvertrag mit dem Carrier hast und die Schnittstelle eingerichtet ist. In weclapp geht das für DHL direkt, für DPD, GLS und die Post in Österreich und der Schweiz mit Fulfillment 4 weclapp oder einer Versandplattform.

Ohne Geschäftskundenvertrag und Schnittstellenzugang entsteht kein Label aus der Warenwirtschaft. Danach sendet die Lieferung Empfänger, Gewicht und Versandart an den Carrier und erhält Sendungsnummer und Label zurück. In weclapp gehört die Anbindung von Versanddienstleistern laut Preisübersicht zum Paket ERP Handel.

Dieser Artikel geht um Geschäftsversand aus einem System wie weclapp. Willst du einzelne Pakete als Privatperson verschicken, bist du im Online-Portal des Carriers richtig. Den Packplatz mit Scanner und Druckerzuordnung beschreiben wir in eigenen Artikeln, hier geht es um das Label selbst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ohne Geschäftskundenvertrag kein Label aus der Warenwirtschaft. Die Schnittstelle rechnet über deine Kundennummer beim Carrier ab, nicht über ein privates Konto.
  • Die Versandart steuert, welcher Carrier fährt. Sie verbindet Carrier, Produkt und Tracking-Link und wird je Lieferung gewählt.
  • Die Adresse entscheidet, ob ein Label entsteht. DHL prüft die Empfängeradresse und erzeugt für eine ungültige Adresse kein Label.
  • Jeder Carrier hat eigene Labelformate. DHL bietet 103 × 150 mm für Thermodrucker, DPD und die Schweizerische Post A6. Leg das Format je Carrier fest, bevor du Etiketten kaufst.
  • Teste mit echten Adressen vor dem Stichtag. Das erste Testlabel scheitert oft an Vertrag oder Freischaltung, nicht an der Technik.

Was brauchst du, bevor das erste Label kommt?

Zuerst den Vertrag. Für die DHL-Anbindung in weclapp nennt die weclapp-Hilfe zum DHL-Versand einen DHL-Geschäftskundenvertrag mit Zugang zum Geschäftskundenportal, typischerweise ab mehr als 200 Sendungen im Jahr. Wie du DHL-Geschäftskunde wirst, beschreibt DHL selbst. Deine Abrechnungsnummer hat 14 Stellen: die zehnstellige Kundennummer, zwei Stellen für das Verfahren und zwei für die Teilnahme.

Bei DPD vergibt DPD die Kennung und das Token für den Cloud-Webservice selbst, Details stehen im DPD-Entwicklerbereich. Die Österreichische Post verlangt für ihre Schnittstelle eine Vereinbarung mit der Post, die Zugangsdaten kommen dann mit dem Vertrag. Die Schweizerische Post setzt eine Rechnungsbeziehung voraus und vergibt einen technischen Benutzer mit Frankierlizenz über die Kundenberatung.

Laut GLS Austria (Stand 11/2026) ist das Webportal für regelmäßig bis zu 30 Pakete am Tag gedacht, das Versandsystem mit Schnittstelle für mehr. In Deutschland frag GLS nach den Grenzen. In unseren Projekten mit Fulfillment 4 weclapp kommen Client-ID und Secret für GLS ShipIT aus einer eigenen App im Entwicklerportal von GLS.

Fazit: Klär Vertrag und Schnittstellenzugang mit jedem Carrier, bevor du die Warenwirtschaft einrichtest.

Wie richtest du Versandarten ein?

Eine Versandart verbindet Carrier und Produkt, etwa DHL Paket, DHL Paket International oder Warenpost. Lege für jedes Produkt, das du wirklich nutzt, eine eigene Versandart an und gib ihr einen eindeutigen Namen. In weclapp hinterlegst du dort auch den Tracking-Link mit einem Platzhalter für die Sendungsnummer.

Prüf außerdem, welche Daten der Carrier sonst noch braucht. Ob E-Mail-Adresse und Telefonnummer der Kund:in an DHL gehen, steuerst du in weclapp über Zusatzfelder, etwa wenn jemand der Weitergabe widerspricht. Außerhalb der EU-Zollunion braucht DHL laut weclapp-Hilfe eine Zollinhaltserklärung, und nur bestimmte Produkte sind möglich. Das ersetzt keine Zollberatung; die Pflichten legt der Zoll fest, Details nennt der Carrier.

Fazit: Wenige, klar benannte Versandarten machen die Wahl am Packplatz eindeutig.

Welche Adressen machen Probleme?

Ein Label kann an der Adresse scheitern. In einem unserer Projekte fielen beim Wechsel Adressen auf, bei denen Straße und Hausnummer in einem Feld standen. DHL prüft die Adresse vor dem Label und lehnt ungültige Empfänger ab.

Packstation und Postfiliale sind bei DHL eigene Adressarten. In weclapp gibst du dafür die Postnummer und die Nummer der Packstation oder Filiale an. Prüf, wie dein Shop solche Adressen übergibt, bevor sie im Alltag am Packplatz auffallen.

Fazit: Eine Testbestellung mit Packstation, Hausnummernzusatz und Auslandsadresse zeigt die meisten Fehler.

Welcher Drucker und welches Format passen?

Laserdrucker drucken Labels auf Bögen, Thermodrucker auf Rollen oder Leporello ohne Toner. Welche Formate es gibt, legt der Carrier fest, und die Listen unterscheiden sich deutlich.

Carrier Formate laut Carrier Dateiart
DHL Paket A4- und A5-Bogen, Thermodruck 103 × 199 und 103 × 150 mm PDF
DPD A4 und A6 PDF; ZPL ist beschrieben, wird laut DPD aber derzeit nicht unterstützt
Österreichische Post laut Handbuch zum Labelcenter-Plugin A4, A5 und zwei A5 auf einem A4-Bogen PDF oder ZPL2
Schweizerische Post A7, A6 und A5 PDF, Bilddatei oder ZPL2 mit 200, 300 oder 600 dpi

Für GLS Deutschland haben wir keine öffentlich abrufbare Formatliste gefunden, frag sie bei deiner Ansprechperson an. weclapp legt das DHL-Label als PDF unter Dokumente der Lieferung ab, von dort druckst du es. Mit Fulfillment 4 weclapp geht das Label beim Scan direkt an den Drucker am Packplatz, über den Desktop-Client weclappOS. Wie du Drucker je Packplatz zuordnest, steht in Druckerrouting im Lager.

Fazit: Leg das Format je Carrier fest, bevor du Etiketten kaufst, und teste es mit dem echten Drucker.

Wie entsteht das Label in weclapp?

Carrier weclapp von Haus aus Mit Fulfillment 4 weclapp Was du vom Carrier brauchst
DHL direkt aus der Lieferung, auch per Massenaktion beim Scan am Packplatz Geschäftskundenvertrag und Abrechnungsnummer
DPD über die Versandplattform (laut weclapp) direkt angebunden Vertrag, Kennung und Token für den Webservice
GLS über die Versandplattform (laut weclapp) direkt angebunden Vertrag und Zugangsdaten für ShipIT
Österreichische Post nicht genannt, bei weclapp erfragen direkt angebunden Vereinbarung mit der Post und Zugangsdaten
Schweizerische Post nicht genannt, bei weclapp erfragen direkt angebunden Rechnungsbeziehung, technischer Benutzer und Frankierlizenz

In weclapp erzeugst du das DHL-Label in der Lieferung oder für viele Lieferungen per Massenaktion. Sendungsnummer und Tracking-URL stehen danach in den Paketdaten. Für die Versandplattform nennt weclapp auf seiner Seite zum Versand DPD, GLS, UPS, Hermes und iloxx, mit eigenem Vertrag bei der Plattform.

Fazit: Für DHL reicht weclapp, für mehrere Carrier am Packplatz die Erweiterung.

Worauf es in der Praxis ankommt

Diese Punkte stammen aus unseren Einführungen und stehen so in keiner Carrier-Doku. Arbeite sie als Checkliste vor dem ersten echten Versandtag ab.

  • Teilnahme je Produkt: Bei DHL braucht jedes Produkt eine eigene Teilnahme im Vertrag, Warenpost national und international etwa zwei. Fehlt sie, scheitert das Label, obwohl die Zugangsdaten stimmen.
  • Eigener Systembenutzer: Leg für die Schnittstelle einen Benutzer ohne persönliche E-Mail und nur mit Versandrechten an. Verlässt jemand das Unternehmen, läuft der Versand weiter.
  • Allgemeiner Fehler beim Testlabel: Auch mit gültigem Token kann das erste Testlabel mit einer allgemeinen Fehlermeldung scheitern. Das klärt nur der Support des Carriers, plan dafür Zeit vor dem Stichtag ein.
  • Adressprüfung vor der Auftragsbestätigung: Prüf Adressen, bevor der Auftrag bestätigt ist, nicht erst am Packplatz. Klassiker sind vertauschte Postleitzahl und Ort, im Ausland ist die Prüfung weniger zuverlässig.
  • Packstation in falschen Feldern: Shops und Marktplätze übergeben Packstationen oft in der Straße oder im Feld Firma. Leg fest, in welchem Feld Stationsnummer und Postnummer stehen, und halte abweichende Aufträge an.
  • Abgebrochene Antwort heißt nicht kein Label: Bricht die Antwort des Carriers ab, kann die Sendungsnummer schon vergeben sein. Sieh zuerst nach, ob die Sendung existiert, statt das Label blind neu zu erzeugen, sonst zahlst du doppelt.
  • Sonderfälle mittesten: Lieferungen ohne Auftrag, etwa für Ersatzteile, und automatisch erzeugte Lieferungen für Sets brechen die Labelerstellung gern ab. Nimm sie in den Testtag auf.
  • Tracking nach einem Wechsel der Versandart: Der alte Tracking-Link kann stehen bleiben. Prüf ihn, bevor die Versandmail rausgeht.
  • Testlabels stornieren: Storniere jedes Testlabel, damit es nicht abgerechnet wird. weclapp kann DHL-Labels stornieren, wenn DHL das erlaubt.
  • Mehrere Pakete je Format: Druck auch eine Sendung mit mehreren Paketen auf dem echten Drucker und scanne die Barcodes mit dem Handscanner. Je Carrier und Format kann das Ergebnis anders aussehen.

Fazit: Ein Testtag mit diesen Fällen spart Fehler in der ersten echten Woche.

Wann passt das nicht

  • Du verschickst nur gelegentlich einzelne Pakete: Dann ist das Online-Portal des Carriers einfacher als eine Anbindung.
  • Du hast keinen Geschäftskundenvertrag: Ohne Vertrag gibt es keine Zugangsdaten für die Schnittstelle.
  • Ein Fulfillment-Dienstleister packt für dich: Dann entsteht das Label in dessen System, und du brauchst eine saubere Übergabe der Aufträge.

Fazit: Die Anbindung lohnt sich, sobald Labels zu Aufträgen gehören und regelmäßig entstehen.

Quellen und Grenzen

Stand: 4. November 2026.

Die Formatangaben geben wieder, was die Carrier in ihren Schnittstellen beschreiben. Was davon in einer bestimmten Software wählbar ist, kann enger sein. Für GLS Deutschland war keine Primärquelle öffentlich abrufbar. Die Praxispunkte sind unsere Erfahrung aus Projekten, keine Herstellerangabe. Zollhinweise ersetzen keine Zollberatung.

Häufige Fragen

Kann ich mit einem privaten DHL-Konto Labels aus weclapp drucken?

Nein. Die DHL-Anbindung in weclapp setzt laut weclapp-Hilfe einen DHL-Geschäftskundenvertrag mit Zugang zum Geschäftskundenportal voraus. Mit einem privaten Konto kaufst du Labels im Online-Portal von DHL, ohne Verbindung zu Auftrag und Lieferung. Für regelmäßigen Versand lohnt sich deshalb zuerst das Gespräch mit DHL über einen Vertrag.

Welche Zugangsdaten brauche ich für die DHL-Anbindung?

Die Zugangsdaten zum Geschäftskundenportal und die 14-stellige Abrechnungsnummer. Sie setzt sich aus der zehnstelligen Kundennummer, zwei Stellen für das Verfahren und zwei für die Teilnahme zusammen. Am besten nutzt du dafür einen eigenen Systembenutzer nur mit Versandrechten. Die Daten findest du in deinem Vertrag oder im Geschäftskundenportal.

Kann weclapp Labels für DPD und GLS drucken?

Nicht direkt. weclapp bindet DPD und GLS laut seiner Versandseite über eine eingebundene Versandplattform an, dafür braucht es laut weclapp einen Vertrag mit der Plattform. Fulfillment 4 weclapp bindet DPD und GLS direkt an und druckt das Label beim Scan am Packplatz. In beiden Fällen brauchst du einen eigenen Vertrag mit dem Carrier.

Thermodrucker oder Laserdrucker?

Beides geht. Laserdrucker drucken Bögen und brauchen Toner, Thermodrucker drucken Rollen oder Leporello ohne Toner. Entscheidend ist, dass das Format zu jedem Carrier passt: DHL bietet für Thermodrucker 103 × 150 mm, DPD und die Schweizerische Post A6. Kauf Etiketten erst, wenn die Formate feststehen.

Was passiert, wenn die Adresse falsch ist?

DHL prüft die Empfängeradresse und erzeugt für eine ungültige Adresse kein Label. Du korrigierst die Adresse in der Lieferung und erzeugst das Label neu. Häufige Ursachen sind Straße und Hausnummer in einem Feld, vertauschte Postleitzahl und Ort oder falsch übergebene Packstation-Adressen. Eine Testbestellung mit solchen Adressen zeigt das vor dem Start.

Kann ich ein falsches Label stornieren?

Ja, laut weclapp-Hilfe kannst du ein DHL-Label in weclapp stornieren, solange DHL das zulässt. Geht nur das Papier verloren, druckst du das Label erneut aus den Dokumenten der Lieferung. Mit Fulfillment 4 weclapp druckst du das bestehende Label nach, ohne neue Sendungsnummer und ohne neue Frankierung.

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