Food & Beverage mit weclapp

Welche Warenwirtschaft passt für Lebensmittel und Getränke mit MHD und Kühlversand?

Kurz gesagt: weclapp passt für Lebensmittel und Getränke, wenn dein Paket Chargen enthält: Charge, Verfallsdatum und FEFO-Entnahme sind dann dabei. Food-Versand, GS1-Scan und eine MHD-Ablaufliste ergänzt du mit Fulfillment 4 weclapp und einer Automatisierung.

Entscheidend ist, ob deine Warenwirtschaft das MHD an der Charge führt und beim Entnehmen das früheste Datum zuerst nimmt. weclapp kann beides, laut weclapp-Preisseite in den Paketen ERP Handel und Enterprise.

Hier steht, was weclapp selbst kann, was du mit Fulfillment 4 weclapp ergänzt und was du außerhalb des ERP klärst. MHD im Lager und Versand vertiefen zwei eigene Beiträge.

Das Wichtigste in Kürze

  • Entscheide die Chargenpflicht vor dem ersten Wareneingang. Nachträglich wird die Umstellung aufwendig.
  • Das MHD gehört an die Charge, nicht an den Artikel. Nur so trägt jede Lieferung ihr eigenes Datum.
  • FEFO stellst du in weclapp ein, voreingestellt ist FIFO. Bei Lebensmitteln kann eine später gelieferte Charge früher ablaufen.
  • Eine fertige Ablaufwarnung haben wir in der weclapp-Hilfe nicht gefunden. Die Liste der bald ablaufenden Chargen baust du als Automatisierung oder fragst sie bei wals.pro AI ab.
  • Die Kühlkette sichern Verpackung und Carrier. Die Warenwirtschaft sorgt für die richtige Charge und den passenden Food-Service.

Was kann weclapp für Lebensmittel und Getränke von Haus aus?

weclapp kennt Chargen mit Verfallsdatum. Beim Wareneingang in der mobilen Lager-App scannst oder tippst du die Charge und gibst das Verfallsdatum ein oder überspringst es. Bei der Kommissionierung in der Lager-App wählst du die Charge beim Picken.

Für die Entnahme bietet weclapp laut Hilfe vier Entnahmestrategien. Voreingestellt ist FIFO, für Chargenartikel mit Verfallsdatum gibt es „Ältestes Verfallsdatum zuerst“ (FEFO). Du stellst das in den globalen Lagereinstellungen ein, es wirkt bei automatischen Entnahmen.

Für Etiketten druckt weclapp laut Hilfe GS1-Etiketten für Artikel, auch als DataMatrix, mit GTIN, Verfallsdatum und Charge. Charge und Datum landen nur dann auf dem Etikett, wenn du es im Wareneingang erstellst.

Wer selbst herstellt, bekommt laut Produktionseinstellungen am Artikel das Verfallsdatum der neuen Charge aus Tagesdatum plus Verfallstagen. Optional übernimmt weclapp das früheste Datum der verbrauchten Chargen.

Die weclapp-Branchenseite wirbt zusätzlich mit einer „automatischen MHD-Prüfung“, die die Hilfe nicht beschreibt.

Charge, Verfallsdatum, GS1-Etikett und Verfallstage in der Produktion sind im Paket enthalten, FEFO stellst du einmal ein.

Was weclapp kann, was du ergänzt und was offen bleibt

Thema weclapp Ergänzung Grenze
Charge und MHD Charge und Verfallsdatum im Wareneingang GS1-Scan mit Charge und MHD in Fulfillment 4 weclapp DataMatrix braucht einen 2D-Scanner
Entnahme FEFO für automatische Entnahmen von Chargenartikeln Scan prüft Charge und MHD am Packplatz falsche Charge lehnt die App ab, abweichendes MHD ist eine Warnung
Etiketten GS1-Etikett mit Charge und Verfallsdatum aus dem Wareneingang – den Etikettentext nach LMIV prüfst du selbst
Eigene Herstellung Verfallstage am Artikel, optional frühestes Datum der Zutaten – Rezepturprüfung leistet kein ERP
Ablaufliste keine fertige Warnung in der Hilfe beschrieben Bericht per n8n oder Lesefrage an wals.pro AI Abschriften entscheidet dein Team
Pflichtangaben zusätzliche Attribute am Artikel Übergabe an den Shop im Projekt prüfen Rechtsprüfung leistet kein ERP
Kühlkette keine Temperaturzonen bei den Lagerplatztypen Food-Services der Carrier Messung im Kühllager oder beim Logistiker
Versand DHL-Geschäftskundenversand laut weclapp-Hilfe DPD Food, DHL Ü18, Dachser Food Logistics Kühlverpackung stellst du
Pfand und Leergut keine Standardfunktion in der Hilfe beschrieben als Projektlösung vorher am Testsystem klären

Stand: weclapp-Hilfe, weclapp-Branchenseite und weclapp-Preisseite (Chargen in ERP Handel und Enterprise), abgerufen am 04.11.2026.

Worauf es in der Praxis ankommt

Diese Regeln haben sich in unseren Projekten bewährt:

  • Chargenpflicht zuerst: Hatte ein Artikel schon Lagerbewegungen, ließ sich die Chargenführung nicht mehr in der Oberfläche einschalten. Dann bleibt ein mit weclapp abgestimmtes Script oder ein neuer Artikel.
  • Altbestand: Je Lagerplatz eine Sammelcharge ohne Datum, daran erkennt jeder Abgleich die Altware. Für die Umstellung brauchst du ein Zeitfenster ohne Buchungen, nicht in der Hochsaison.
  • Keine Reservierung auf Chargenebene: Lieferscheine entstehen ohne feste Charge, zugeordnet wird erst beim Picken oder am Packplatz. Sonst ist die Charge im Regal für einen anderen Auftrag reserviert, und die App lehnt den Scan ab.
  • Abverkauf je Charge: Die Charge mit dem kürzesten Datum bestimmt den Preis. Den Originalpreis sicherst du vorher, und je Verkaufskanal entscheidest du, ob der Abverkauf dort läuft.
  • Sortenmischungen: Scanne jede Position, statt aus einer Liste zu wählen, und druck Lieferschein und Label erst nach dem Scan. Pfandpositionen brauchen eine Ausnahme vom Scan, bei Geschenkkörben aus Verkaufsstücklisten scannst du die Bestandteile.
  • Wein: Jeder Jahrgang und jede Flaschengröße ist ein eigener Artikel. Bestellvorschläge geben wir nur nach Prüfung frei, damit nicht ungewollt der nächste Jahrgang bestellt wird.
  • Kühlmerkmal: weclapp führt kein Standardfeld „gekühlt“ oder „TK“. Leg es als Attribut an, dann kann die Versandregel daran hängen.
  • Lohnabfüller: Charge, MHD und Palettennummer (SSCC) entstehen dort. Ohne diese Daten gibt es kein sauberes Lieferavis an Handelszentrallager.

Diese Reihenfolge hat sich beim Einrichten bewährt:

  1. Chargen- und MHD-Pflicht je Artikel festlegen, bevor Ware gebucht wird.
  2. Lagerstruktur im Testsystem anlegen und FEFO in den Lagereinstellungen einstellen.
  3. Altbestand mit einer Sammelcharge ohne Datum je Lagerplatz übernehmen.
  4. Wareneingang mit Charge und Verfallsdatum testen, GS1-Etikett dabei drucken.
  5. Klären, was mit Artikeln ohne EAN passiert, und Pfandpositionen vom Scan ausnehmen.
  6. Kommissionierung, Packplatz-Scan und Umbuchungen durchspielen, offene Umlagerungen abschließen.
  7. Retouren und Abschriften durchspielen: Welche Charge kommt zurück, was wird entsorgt?
  8. Ablaufliste und Abverkaufsregel je Kanal festlegen, dann live gehen.

Wer die Chargenpflicht vor dem ersten Wareneingang festlegt und erst beim Picken zuordnet, spart sich die teuersten Fehler.

Was ändert sich, wenn ein Logistiker dein Lager führt?

Lagert ein Fulfillment-Dienstleister deine Ware, legt ihr die Chargenführung je Artikel vor der ersten Einlagerung fest. Manuelle Einbuchungen ohne Charge und MHD unterbrechen die Rückverfolgung. Für den Bestandsabgleich hilft eine feste Liste an den Export des Logistikers:

  • eine Zeile je Charge, mit MHD
  • alle Artikel, auch mit Bestand null
  • gesperrter Bestand geklärt, keine negativen Mengen
  • jeder Wareneingang nur einmal gebucht

Offene Umlagerungen buchen die Ware erst beim Versand aus dem Quelllager aus und erzeugen bis dahin Bestand, den es nicht gibt.

Mit einem Logistiker zählt die Datenqualität im Export mehr als jede Einstellung in weclapp.

Was unterscheidet MHD und Verbrauchsdatum fürs Lager?

Das Mindesthaltbarkeitsdatum sagt, bis wann ein Lebensmittel seine Eigenschaften behält, danach ist es oft noch genießbar. Das Verbrauchsdatum tragen mikrobiologisch sehr leicht verderbliche Lebensmittel, und danach gilt die Ware nach Artikel 24 LMIV als nicht sicher.

Nicht sichere Lebensmittel dürfen nach Artikel 14 der Verordnung (EG) 178/2002 nicht in Verkehr gebracht werden, nach deren Artikel 3 auch nicht unentgeltlich. Solche Ware geht also weder in den Versand noch in eine Spende.

Fürs Lager heißt das: Das Datum gehört an die Charge, die Ablaufliste unterscheidet beide Arten, die Inventur zählt je Charge. Mehr dazu im Beitrag MHD im Lager verwalten.

Welche Angaben müssen im Online-Shop vor dem Kauf stehen?

Wer vorverpackte Lebensmittel online verkauft, stellt nach Artikel 14 LMIV die Pflichtangaben vor dem Kaufabschluss kostenlos bereit, außer dem Mindesthaltbarkeits- oder Verbrauchsdatum. Bei der Lieferung muss alles vorliegen, auch das Datum.

Welche Angaben Pflicht sind, regelt Artikel 9 LMIV, darunter Zutaten mit hervorgehobenen Allergenen nach Anhang II, Nettofüllmenge und Nährwerte. Bei Getränken mit mehr als 1,2 Volumenprozent kommt der Alkoholgehalt dazu.

In weclapp liegen diese Angaben in zusätzlichen Attributen am Artikel. Das lohnt sich vor allem bei mehreren Verkaufskanälen, und nur vollständige Artikel gehen in den Shop.

Wie kommt die Kühlkette in den Versand?

Nach Anhang II Kapitel IV der EU-Hygieneverordnung (EG) 852/2004 müssen Transportbehälter Lebensmittel, wo nötig, auf geeigneter Temperatur halten, und die Temperatur muss sich überwachen lassen. Diese Messung leistet weclapp nicht, auch die Lagerplatztypen in weclapp kennen keine Temperatur.

Mit Fulfillment 4 weclapp wählst du die Versandart am Packplatz oder übernimmst sie aus weclapp, auch mit DPD Food oder DHL Ü18 für Getränke mit Altersgrenze. Paletten mit Plusgraden gehen über die Dachser-Anbindung. Vertrag und Kühlverpackung stellst du selbst, Details im Beitrag Lebensmittel und Getränke versenden.

Was ergänzt wals.pro am Packplatz und im Alltag?

Fulfillment 4 weclapp liest GS1-Codes mit GTIN, Charge und MHD in einem Scan und bucht auf die gescannte Charge. Passt die Charge nicht zur Lieferung oder zum Bestand, lehnt die App den Scan ab, ein abweichendes MHD meldet sie als Warnung. Details stehen beim Chargen- und Seriennummern-Scan, Sortenmischungen fängt die Artikel- und Mengenprüfung per Scan ab.

Die Ablaufliste kommt als wöchentlicher Bericht per Automatisierung mit n8n, oder du fragst wals.pro AI for weclapp lesend danach. Zu unseren Kund:innen aus dem Lebensmittelbereich gehören Potluck und Lieblingskorb.

Wann passt das nicht

  • Du brauchst ein Temperaturmonitoring im Lager. Das leistet ein Kühlsystem, nicht weclapp.
  • Du brauchst Pfand- und Leergutabrechnung mit Kistenkonten als fertige Funktion. Die weclapp-Hilfe beschreibt sie nicht, klär das vorher am Testsystem.
  • Du versendest Alkohol in andere EU-Staaten und brauchst die Abwicklung der Verbrauchsteuern. Das decken weder weclapp noch Fulfillment 4 weclapp ab, einen Einstieg gibt der Zoll zu Verbrauchsteuern, die Einzelheiten klärst du mit deiner Steuerberatung.
  • Du willst die Altersgrenzen nach § 9 Jugendschutzgesetz im ERP prüfen. Das passiert bei der Übergabe, etwa per DHL Ü18 aus Fulfillment 4 weclapp.
  • Dein weclapp-Paket enthält keine Chargen. Chargen gibt es laut weclapp-Preisseite in ERP Handel und Enterprise.

Quellen und Grenzen

Grenzen: Die Spalte „weclapp“ der Tabelle beschreibt, was die weclapp-Hilfe und die Branchenseite ausweisen. Die „automatische MHD-Prüfung“ der Branchenseite haben wir nicht im System nachgestellt, eine Ablaufwarnung behaupten wir deshalb nicht. Die Praxisregeln stammen aus unseren Projekten und decken nicht jede Einrichtung ab.

Rechtliche Angaben geben den Verordnungstext wieder und ersetzen keine Rechtsberatung.

Hinweis: wals.pro ist weclapp-Partner und entwickelt Fulfillment 4 weclapp und wals.pro AI for weclapp.

Häufige Fragen

Kann weclapp das MHD von Lebensmitteln verwalten?

Ja, über die Charge. Chargennummer und Verfallsdatum gibst du im Wareneingang je Position ein, am Schreibtisch oder in der mobilen Lager-App. Bei automatischen Entnahmen nimmt weclapp per FEFO das früheste Verfallsdatum zuerst, wenn du die Strategie einstellst. Eine fertige Ablaufwarnung beschreibt die weclapp-Hilfe nicht, die Ablaufliste baust du als Bericht oder Automatisierung.

Was ist der Unterschied zwischen FEFO und FIFO?

FIFO entnimmt die Ware, die zuerst eingelagert wurde, FEFO die Ware, die zuerst abläuft. Bei Lebensmitteln ist FEFO meist die bessere Wahl, weil eine später gelieferte Charge früher ablaufen kann. In weclapp ist FIFO voreingestellt, FEFO stellst du für Chargenartikel mit Verfallsdatum in den Lagereinstellungen ein.

Kann ich die Chargenführung später einschalten?

Bei Artikeln ohne Lagerbewegung ja. Hat ein Artikel schon Bewegungen, war das in unseren Projekten nicht mehr einfach in der Oberfläche möglich, sondern nur per abgestimmtem Script oder mit einem neuen Artikel. Leg die Chargenpflicht deshalb vor dem ersten Wareneingang fest und übernimm Altbestand mit einer Sammelcharge ohne Datum.

Welche Versanddienstleister eignen sich für Lebensmittel?

Mit Fulfillment 4 weclapp nutzt du DPD Food, DHL Ü18 für Getränke mit Altersgrenze und Dachser Food Logistics für Stückgut und Paletten mit Plusgraden. Die Bedingungen legt jeder Carrier selbst fest, DPD Food gibt es laut DPD nur für Geschäftskund:innen mit regelmäßigem Volumen. Für jeden Carrier brauchst du deinen eigenen Vertrag.

Muss der Online-Shop das MHD anzeigen?

Nach Artikel 14 LMIV müssen im Fernabsatz alle Pflichtangaben vor dem Kaufabschluss verfügbar sein, außer dem Mindesthaltbarkeits- oder Verbrauchsdatum. Bei der Lieferung müssen alle Angaben vorliegen, auch das Datum. Wer das MHD freiwillig zeigt, braucht eine feste Regel, welche Charge zählt, und ein täglich aktualisiertes Feld. Das ersetzt keine Rechtsberatung.

Kann ich mit weclapp eine Kühlkette dokumentieren?

Eine Temperaturdokumentation beschreibt die weclapp-Hilfe nicht, auch die Lagerplatztypen kennen keine Temperatur. Messungen und Protokolle führst du im Kühllager oder beim Logistikpartner, Dachser Food Logistics etwa dokumentiert die Temperatur laut eigener Angabe selbst. weclapp sorgt dafür, dass die richtige Charge mit dem passenden Carrier-Service rausgeht.

Kann Fulfillment 4 weclapp GS1-Codes mit MHD lesen?

Ja. Fulfillment 4 weclapp übernimmt aus einem GS1-128- oder GS1-DataMatrix-Code GTIN, Charge und optional MHD in einem Scan und bucht auf diese Charge. Eine Charge, die nicht zur Lieferung oder zum Bestand passt, lehnt die App ab, ein abweichendes MHD meldet sie als Warnung. Für DataMatrix brauchst du einen 2D-Scanner, die Funktion schalten wir für dich frei.

Weiterlesen