Posted by Markus Wals

ERP-Migration: Daten sauber umziehen

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KI-generierte technische Illustration: Datenkarten mit Zuordnungslinien und Prüfliste. Überschrift: Daten prüfen, dann umziehen.

Kurz gesagt: Eine ERP-Migration braucht mehr als eine Importdatei. Lege Datenumfang und Zuständigkeiten fest, bereinige eine Arbeitskopie, dokumentiere die Feldzuordnung und teste den Umzug. Entscheidend ist der Soll-Ist-Abgleich: Sind Datensätze, Beziehungen und offene Vorgänge im vereinbarten Zustand angekommen?

Welche Daten brauchst du im neuen ERP? Was soll nur nachschlagbar bleiben? Entscheide das vor dem Export.

Den Gesamtübergang behandelt ERP-Wechsel ohne Shop-Ausfall; konkrete Importwege bündelt weclapp-Migration. Hier planst du den Datenumzug: Was wird übernommen, wie werden Felder zugeordnet und woran erkennst du, dass die Übernahme stimmt?

Den Datenumfang vor der Bereinigung festlegen

SAP empfiehlt eine bewusste Datenauswahl unter Berücksichtigung der Zielstruktur. Microsoft unterscheidet Konfiguration, Stammdaten und offene Vorgänge. Unser Vorschlag für dein Dateninventar:

Datenbereich Entscheidung vor dem Umzug
Kund:innen und Lieferant:innen Welche aktiven Datensätze werden benötigt?
Artikel und Varianten Welche Kennungen und Beziehungen bleiben erhalten?
Einstellungen und Wertelisten Welche Werte muss das Zielsystem kennen?
Offene Vorgänge Wo wird jeder begonnene Vorgang fertig bearbeitet?
Historie und Dokumente Wie bleiben benötigte Informationen auffindbar?

Notiere je Bereich Quelle, verantwortliche Person, Auswahlregel und Ziel. Prüfe die benötigten Export- und Importwege systemspezifisch.

Auf einer nachvollziehbaren Arbeitskopie bereinigen

Sichere den Ausgangsstand und bereinige eine gekennzeichnete Kopie. Dokumentiere Fehler, Entscheidungen und Zuständigkeiten, damit Änderungen nachvollziehbar bleiben.

Prüfe doppelte Kennungen, fehlende Angaben und widersprüchliche Zuordnungen. Ähnliche Firmennamen rechtfertigen keine Zusammenführung. Fachverantwortliche entscheiden Zweifelsfälle; Microsoft ordnet ihnen auch die Datenqualität zu.

Mapping als Arbeitsanweisung dokumentieren

Mapping bedeutet, Herkunft, Ziel und Umwandlung eines Feldes festzuhalten. Eine Spaltenüberschrift reicht dafür nicht. Unser Vorschlag für eine Mapping-Tabelle:

Quellfeld Ziel und Regel Prüfung
Alte Artikelkennung Zielkennung oder gesonderte Herkunftsreferenz festlegen Eindeutig und wieder auffindbar?
Mengeneinheit Zulässigen Zielwert zuordnen Stück und Verpackung verwechselt?
Kundenreferenz im Auftrag Auf die passende Zielkundschaft verweisen Beziehung vorhanden?
Leerwert Übernehmen, ergänzen oder Datensatz zurückstellen Entscheidung dokumentiert?

Lege außerdem fest, welche Daten voneinander abhängen. Ein Vorgang kann nur sinnvoll geprüft werden, wenn seine Artikel- und Kundenbezüge auflösbar sind. Die konkrete Importreihenfolge gehört in die systemspezifische Anleitung.

Einen Probelauf mit schwierigen Fällen wählen

Wir empfehlen auch Varianten, abweichende Einheiten und Vorgänge mit bearbeiteten Teilmengen für die Probe, soweit sie zum Umfang gehören.

Protokolliere Quelldatei, Mapping-Fassung und Ergebnis: Was wurde übernommen, zurückgewiesen oder verändert? Wiederhole betroffene Prüfungen nach Korrekturen.

Soll und Ist mit denselben Auswahlregeln abgleichen

Vergleiche Ausgangs- und Zielbestand anhand desselben Stands und Umfangs. Halte zurückgestellte Datensätze gesondert fest; sonst sieht eine bewusst kleinere Zielmenge wie ein Verlust aus.

  • Anzahl: Erwartete, übernommene und zurückgewiesene Datensätze stimmen zusammen.
  • Inhalt: Kritische Felder stimmen in ausgewählten Datensätzen.
  • Beziehungen: Artikel, Kund:innen und zugehörige Vorgänge sind richtig verknüpft.
  • Mengen und Beträge: Vergleiche nur gleiche Einheiten, Währungen und fachliche Abgrenzungen.
  • Bearbeitbarkeit: Ein offener Vorgang lässt sich wie vereinbart weiterführen.

Lege vorab fest, welche Abweichungen den Umzug stoppen. Ungeklärte Differenzen brauchen eine Entscheidung.

Offene Vorgänge am Stichtag einzeln zuordnen

Erstelle eine Übergabeliste für begonnene Aufträge, Bestellungen, Rückläufer und andere relevante Vorgänge. Unser Vorschlag: Ausgangskennung, Bearbeitungsstand, zuständiges System und verantwortliche Person festhalten. Plane auch Änderungen ein, die nach dem Probeexport entstehen.

Ob ein Vorgang übernommen oder im Altsystem abgeschlossen wird, ist eine Projektentscheidung. Sie setzt einen geprüften technischen Weg voraus.

Quellen und Grenzen

Abruf 01.11.2026: SAP: ERP-Migrationscheckliste; Microsoft Learn: Datenmanagement; Microsoft Learn: Konfigurations- und Migrationsdaten. Quellen tragen die Grundsätze zu Auswahl, Verantwortung, Mapping und Validierung. Tabellen und Prüfregeln sind eigene Projektvorschläge. Microsoft-Produktanleitungen belegen keine Importfähigkeit anderer ERP-Systeme.

Häufige Fragen

Muss bei einer ERP-Migration alles übernommen werden?

Nein. Entscheide je Datenbereich, was operativ benötigt wird, nachschlagbar bleiben soll oder zunächst zurückgestellt wird.

Was gehört in ein Datenmigrationskonzept?

Datenumfang, Quellen, Verantwortliche, Mapping, Abhängigkeiten, Probelauf und Prüfregeln. Ergänze den Umgang mit offenen Vorgängen am Stichtag.

Reicht die Erfolgsmeldung nach dem Import?

Nein. Prüfe zusätzlich Anzahl, kritische Inhalte, Beziehungen sowie fachlich vergleichbare Mengen und Beträge. Dokumentiere zurückgewiesene Datensätze getrennt.

Was passiert mit offenen Aufträgen?

Ordne jedem offenen Vorgang ein zuständiges System zu. Entscheide vorab, ob er übernommen oder im Altsystem abgeschlossen wird.