ERP-Einführung in Phasen: So läuft sie ab
Kurz gesagt: Eine ERP-Einführung braucht fachliche Entscheidungen, verantwortliche Personen und einen überprüfbaren Abschluss. Unser Vorschlag: Ziele festlegen, Zuständigkeiten klären, Abläufe testen, das Team schulen und den Start ausdrücklich abnehmen. Jede Phase endet mit einem Arbeitsergebnis, das die nächste Entscheidung ermöglicht.
Kann der Vertrieb einen Auftrag ändern? Weiß das Lager, wie eine Teillieferung weitergeht? Wer entscheidet bei Abweichungen? Diese Fragen gehören in die Einführung.
Den gesamten Wechsel beschreibt ERP-Wechsel ohne Shop-Ausfall. Hier planst du die Projektarbeit: Welche Entscheidung steht an, wer trifft sie und welches Ergebnis muss vor dem nächsten Schritt vorliegen? Die folgende Struktur ist unser Vorgehensvorschlag.
Ziele als Entscheidungen aufschreiben
Beschreibe zuerst, welcher Ablauf nach der Einführung funktionieren soll. „Mehr Übersicht“ ist schwer abzunehmen. „Der Vertrieb erkennt am Auftrag, was geliefert werden kann“ lässt sich prüfen.
Für den Projektstart schlagen wir eine Entscheidungsliste vor:
| Entscheidung | Was du festhältst |
|---|---|
| Umfang | Welche Abläufe starten mit, welche folgen später? |
| Führung | Welches System führt Artikel, Aufträge und Bestand? |
| Ausnahme | Was passiert bei Teillieferung oder fehlenden Daten? |
| Abschluss | Wer bestätigt das Ergebnis anhand welcher Nachweise? |
SAP betont in seiner Migrationscheckliste klare Ziele und die frühe Einbindung der Beteiligten. Übersetze das für dein Projekt in konkrete Entscheidungen statt allgemeiner Wünsche.
Zuständigkeiten an Ergebnissen festmachen
Die Projektleitung braucht Menschen, die für ihren Bereich entscheiden können. Unser Vorschlag:
| Rolle | Verantwortliches Ergebnis |
|---|---|
| Auftraggeber:in | Umfang und Startentscheidung freigeben |
| Projektleitung | Entscheidungen, offene Punkte und Abhängigkeiten zusammenhalten |
| Fachverantwortliche | Soll-Ablauf erklären und fachlich abnehmen |
| Umsetzungspartner | Konfiguration und technische Änderungen dokumentieren |
| Key-User | Arbeitsanleitung prüfen und Kolleg:innen begleiten |
Rollen dürfen zusammenfallen. Halte für jeden offenen Punkt Zuständigkeit, Vertretung und nächsten Schritt fest.
Prozesse vom Anfang bis zum Ergebnis testen
Teste zusammenhängende Arbeitsschritte. Ein gespeicherter Auftrag zeigt noch nicht, ob Lieferung, Rückmeldung und Beleg zusammenpassen. Wir empfehlen fachliche Testfälle mit klarer Erwartung:
| Testfall | Erwartung vor dem Test notieren |
|---|---|
| Standardauftrag | Richtige Artikel, Mengen und vereinbarte Konditionen |
| Teillieferung | Restmenge bleibt nachvollziehbar offen |
| Änderung | Nachgelagerte Arbeitsschritte bleiben konsistent |
| Fehlende Angabe | Bearbeitung stoppt nachvollziehbar; Zuständigkeit ist klar |
Dokumentiere Abweichungen und wiederhole korrigierte Abläufe.
Schulung am eigenen Arbeitsalltag ausrichten
Lass die späteren Anwender:innen ihre Aufgaben in einer geeigneten Testumgebung selbst erledigen. Die Schulung sollte zeigen, wie Normalfall, Ausnahme und Rückfrage ablaufen. Gib dazu kurze Arbeitsanleitungen mit Ausgangssituation, Handlung und erwartbarem Ergebnis aus.
Unser Vorschlag: Erst demonstrieren, dann selbst ausführen lassen und Unklarheiten dokumentieren. Benenne eine Anlaufstelle für Fragen nach dem Start.
Abnahme vor dem Start ausdrücklich entscheiden
Die Abnahme sollte die Fachbereiche einbeziehen. Als Gesprächsgrundlage empfehlen wir:
- Die vereinbarten Prozesse sind mit dokumentiertem Ergebnis getestet.
- Offene Fehler sind nach Auswirkung bewertet und einer Person zugeordnet.
- Anwender:innen kennen ihre Aufgaben und den Hilfsweg.
- Start, Unterbrechung und Wiederaufnahme sind abgestimmt.
- Die verantwortliche Person gibt den Start ausdrücklich frei oder verschiebt ihn.
Unterscheide dabei zwischen einem Fehler, der die Arbeit verhindert, und einer späteren Verbesserung. Ein Start trotz Einschränkung braucht eine bewusste Entscheidung mit einem praktikablen Umgang damit.
Für eine Einführung in weclapp vertieft die Seite weclapp-Migration die Datenübernahme. Der Wechselhub beschreibt den Übergang zwischen den Systemen.
Quellen und Grenzen
Abruf 01.11.2026: SAP: ERP-Migrationscheckliste zu Zielen, Beteiligten, Tests und Schulung; Microsoft Learn: Datenmanagement zu Datenverantwortung. Tabellen und Checklisten sind eigene Projektvorschläge. Sie belegen keine Importfunktion oder feste Projektdauer.
Häufige Fragen
Welche Phasen hat eine ERP-Einführung?
Unser Vorschlag umfasst Ziele, Zuständigkeiten, Prozesstests, Schulung und Abnahme. Die Übergänge richten sich nach überprüften Ergebnissen.
Wer nimmt die ERP-Einführung ab?
Fachverantwortliche prüfen ihre Abläufe. Die benannte verantwortliche Person entscheidet über den Start und dokumentiert verbleibende Einschränkungen.
Wann sollte das Team geschult werden?
Wenn die vorgesehenen Arbeitsabläufe in einer geeigneten Testumgebung nachvollziehbar sind. Lass die Anwender:innen ihre Aufgaben selbst ausführen.
Ist Datenmigration dasselbe wie ERP-Einführung?
Nein. Datenmigration betrifft die Übernahme und Prüfung der Daten. Die Einführung umfasst zusätzlich Prozesse, Zuständigkeiten, Schulung und Startentscheidung.