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Entscheidungshilfe für Online-Händler:innen

Rechnungstool oder ERP: Was brauchst du?

Ein schlankes Tool genügt vermutlich, wenn bei höchstens einer von fünf Prüffragen ERP herauskommt: Lager, Kanäle, Einkauf, Team und Abwicklung. Bei zwei Fragen prüfst du genauer, ab drei spricht vieles für ein ERP. Das ist unsere Faustregel, keine Norm.

Mehr zur Gesamtfrage findest du im Überblick ERP für Online-Händler.

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Was ein schlankes Tool leistet und was ein ERP dazu bringt

Mit „schlankem Tool“ meinen wir hier einen Arbeitsumfang, kein bestimmtes Produkt: Bestellungen übernehmen, Rechnung schreiben, Versandlabel drucken, Buchungsdaten an DATEV geben. Was ein einzelnes Produkt darüber hinaus kann, prüfst du in dessen Beschreibung.

Ein ERP ist das führende System für das ganze Geschäft: Bestand, Einkauf, Aufträge, Belege und Zahlungen laufen an einer Stelle zusammen. Im Paket ERP Handel von weclapp gehören dazu Warenwirtschaft, Disposition und Einkauf, Lagerverwaltung mit mobiler Lager-App, Serien- und Chargennummern sowie Produktion. Dazu kommen Anbindungen für Shops wie Shopware, WooCommerce oder Shopify und für Marktplätze wie Amazon, eBay oder Kaufland.de.

Der kleinste weclapp-Tarif, ERP Starter, kostet 39 € je Nutzer:in und Monat und ist nur monatlich buchbar und nicht mit anderen Paketen kombinierbar (Listenpreis weclapp, Stand Oktober 2026). Er deckt Rechnung und Buchhaltung ab, aber keinen Shop-Import: Laut Funktionsliste enthält er Zahllauf, Mahnlauf, DATEV-Export und E-Rechnung, aber keine Shop-Anbindung, keine Marktplätze, keine Lagerverwaltung und keine REST API. Prüfe vor Vertragsabschluss die aktuelle Funktionsübersicht. Die kostenlose Shopify-Anbindung setzt laut App-Listing ERP Handel voraus.

Die fünf Prüffragen

Gehe die fünf Fragen der Reihe nach durch und zähle, wie oft du bei „ERP“ landest. Zähle jede Anforderung nur einmal, auch wenn sie zu zwei Fragen passt. Das ist unsere Faustregel, keine Norm und kein Messwert: Bei null oder einer Frage genügt vermutlich ein Tool, bei zwei prüfst du genauer, ab drei spricht vieles für ein ERP. Die Fragen wiegen nicht gleich schwer. Gewichte sie nach deinem Geschäft.

PrüffrageTool genügt, wenn …ERP, wenn …
Wie viele Lager?ein Lager, Bestand überschaubarmehrere Lager, Chargen, Serien
Wie viele Kanäle?Bestellungen aus einem ShopBestand über Shop und Marktplätze
Kaufst du selbst ein?Einkauf läuft nebenherDisposition, Bestellwesen
Wer arbeitet im System?eine Person macht allesmehrere Personen, Team wächst
Wie weit reicht die Abwicklung?Rechnung, Label, DATEV-Exportmehrere Carrier, Retouren, Teillieferungen

Was hinter den Fragen steckt

Lager. Ein Lager mit überschaubarem Bestand lässt sich mit Zählen und einer einfachen Bestandsführung pflegen. Mehrere Lagerorte oder Chargen- und Seriennummern brauchen ein System, das den Bestand je Ort kennt.

Kanäle. Shop plus Marktplatz heißt: Bestand und Aufträge müssen zusammenlaufen. Das Paket Handel nennt Shopware, WooCommerce und Shopify sowie Amazon, eBay und Kaufland.de. Ob ein Tool Marktplätze anbindet, prüfst du beim jeweiligen Produkt. Hier geht es um die Frage, ob Bestand und Aufträge kanalübergreifend stimmen müssen.

Einkauf. Wer Ware nachbestellt, braucht Mindestbestände, Bestellvorschläge und Wareneingang. Das gehört zu Disposition und Einkauf.

Team. Arbeitet eine Person alles ab, braucht es keine Abstimmung im System. Sobald mehrere Personen parallel an Aufträgen und Beständen arbeiten, zählt, wer was sieht und ändert.

Abwicklung. Zahllauf, automatisierter Mahnlauf und DATEV-Export gehören bei weclapp zu allen Paketen, auch zum kleinsten. Sie sprechen deshalb nicht für ein größeres Paket. Ein Handel-Kriterium ist der Versand mit mehreren Carriern: weclapp bindet DHL direkt an, für Kunden aus Deutschland und mit eigenem DHL-Geschäftskundenvertrag. Für weitere Carrier und Speditionen brauchst du eine zusätzliche Anbindung, etwa Fulfillment 4 weclapp.

E-Rechnung als Zusatzprüfung

Die E-Rechnung ist keine sechste Prüffrage, sondern Voraussetzung auf beiden Seiten. Verkaufst du an inländische Geschäftskunden, prüfe, ob dein Tool oder ERP E-Rechnungen im Format XRechnung oder ZUGFeRD erstellen kann. Empfangen muss jedes inländische Unternehmen seit dem 1. Januar 2025 können; laut BMF genügt dafür ein E-Mail-Postfach. Ausstellen müssen Unternehmen mit mehr als 800.000 € Vorjahresumsatz ab dem 1. Januar 2027, alle anderen ab dem 1. Januar 2028. Ein einfaches PDF ist keine E-Rechnung, als sonstige Rechnung gilt es nur bis zum Ende der jeweiligen Übergangsfrist und nur, wenn der Empfänger dem Format zustimmt (BMF, Fragen und Antworten zur E-Rechnung, Frage 11). Rechnungen an Endverbraucher sind ausgenommen; weitere Ausnahmen, etwa Kleinbetragsrechnungen bis 250 € brutto und Leistungen von Kleinunternehmern, nennt das BMF (Fragen und Antworten zur E-Rechnung, Stand März 2026). In weclapp ist die E-Rechnung in allen Paketen enthalten. Das ersetzt keine Steuerberatung.

Die wichtigsten Zahlen

5
Prüffragen: Lager, Kanäle, Einkauf, Team, Abwicklung
ab 3
Fragen mit ERP-Antwort: dann spricht vieles für ein ERP
163 €
ERP Handel je Nutzer:in und Monat, jährliche Buchung, netto (Listenpreis weclapp, Stand Oktober 2026)
39 €
ERP Starter je Nutzer:in und Monat, nur monatlich buchbar (Listenpreis weclapp, Stand Oktober 2026)

Listenpreis weclapp, Stand Oktober 2026, netto.

Zwei fiktive Händler:innen mit gleicher Bestellzahl

Beide fiktiven Händler:innen haben rund 600 Bestellungen im Monat. Das Beispiel ist erfunden und zeigt nur das Prinzip.

Händler:in A verkauft über einen Shopify-Shop. Eine Person nimmt Bestellungen an, schreibt Rechnungen, druckt Labels und schickt monatlich die Buchungsdaten an die Steuerberatung. Es gibt ein Lager und keinen eigenen Einkauf. Keine der fünf Prüffragen zeigt auf ERP. Ein schlankes Tool kann genügen.

Händler:in B verkauft über Shop, Amazon und eBay, hat zwei Lager, kauft selbst ein und arbeitet mit drei Personen parallel. Vier der fünf Fragen zeigen auf ERP; zur Abwicklung ist nichts angenommen. Hier spricht vieles für ein ERP.

Die Bestellzahl ist gleich, die Antwort nicht.

Rechenbeispiel ERP Handel, Listenpreis weclapp, Stand Oktober 2026, jährliche Buchung, netto. Annahme: Händler:in A bucht eine Lizenz, Händler:in B drei. Das ist ein Rechenbeispiel, keine Kaufaussage.

  • Händler:in A: 1 × 163 € = 163 € pro Monat.
  • Händler:in B: 3 × 163 € = 489 € pro Monat.

Nicht enthalten sind Einrichtung, optionale Support-Pakete und Zusatzmodule. Was ein Tool für Händler:in A kostet, hängt vom Preismodell des jeweiligen Tools ab. Die Rechnung für vier Händlerprofile steht in Was kostet ein ERP bei 500 bis 10.000 Bestellungen?. weclapp bietet 30 Tage kostenlose Testphase, die automatisch abläuft.

Preismodell: Köpfe oder Belege?

Bei einem ERP mit Preis pro Nutzer:in zahlst du für die Köpfe im Team, bei einem Preismodell pro Beleg für das Volumen. Viele Belege bei kleinem Team sprechen eher für den Preis pro Nutzer:in, wenige Belege bei größerem Team eher für den Preis pro Beleg. Der Leistungsumfang ist dabei nicht gleich. Rechne es mit deinen Zahlen: Pro Beleg oder pro Nutzer:in?

Wann das schlanke Tool besser ist

Wir sind weclapp-Partner und begleiten Einführungen. Trotzdem gibt es Fälle, in denen ein ERP die schlechtere Wahl ist.

Die Zukunft ist offen. Wer noch nicht weiß, ob ein zweiter Kanal oder ein eigenes Lager kommt, muss heute nicht vorsorgen. Ein späterer Wechsel ist möglich, braucht aber Planung. Wie das abläuft, steht in Wie wechsle ich das ERP bei laufendem Shop? Bedenke dabei die Bindung: Bei jährlicher Buchung (Laufzeit) kannst du laut weclapp nur zum Ende der Laufzeit kündigen. Monatlich gebuchte Lizenzen kosten bei ERP Handel 179 € je Nutzer:in und Monat (Listenpreis weclapp, Stand Oktober 2026, netto) und haben einen Monat Kündigungsfrist.

Weiterlesen

Drei Seiten, die an diese Frage anschließen.

Icon: Globus

Überblick

ERP für Online-Händler im Ganzen betrachten. Zum Überblick

Icon: Dokument

Kosten

Vier Händlerprofile mit offenen Annahmen. Zu den Kosten

Icon: Import

Wechsel

In vier Phasen ohne Shop-Ausfall. Zum Wechsel

Wann passt das nicht?

Passt: ein ERP lohnt die genaue Prüfung

  • Mindestens zwei Prüffragen zeigen auf ERP, ab drei spricht vieles dafür.
  • Bestand und Aufträge müssen über mehrere Kanäle oder Lager stimmen.
  • Du kaufst selbst ein und brauchst Disposition.
  • Mehrere Personen arbeiten parallel im System, das Team wächst.

Passt nicht: ein Tool reicht erst einmal

  • Null oder eine Prüffrage zeigt auf ERP.
  • Du hast gerade keine Kapazität, Stammdaten aufzubauen und ein System einzuführen.

Häufige Fragen

Spielt die Bestellzahl für Tool oder ERP gar keine Rolle?

Doch, aber sie entscheidet allein nichts. Zwei Händler mit je 600 Bestellungen im Monat können verschiedene Antworten haben: Mit einer Person, einem Kanal und einem Lager kann ein Tool genügen. Mit mehreren Lagern, Marktplätzen und eigenem Einkauf spricht mehr für ein ERP. Gehe die fünf Prüffragen durch.

Brauche ich ein ERP für den DATEV-Export?

Nein. Der DATEV-Export allein ist kein Grund für ein ERP: Auch der kleinste weclapp-Tarif enthält ihn. Wenn du nur Rechnung, Versandlabel und Export brauchst, kann ein schlankes Tool genügen. Entscheidend ist, was vor dem Export passiert, etwa Bestand, Einkauf und mehrere Kanäle. Welche DATEV-Schnittstellen weclapp nutzt, steht im DATEV-Marktplatz.

Muss ich für Marktplätze ein ERP haben?

Nicht zwingend. Es hängt davon ab, wie viele Kanäle du bedienst und ob Bestand zwischen ihnen abgeglichen werden muss. Mit einem Kanal ist der Aufwand gering. Mit Shop und mehreren Marktplätzen wächst er schnell. Im Paket ERP Handel nennt weclapp Amazon, eBay und Kaufland.de.

Kann ich mit einem Tool starten und später auf ein ERP wechseln?

Ja. Ein Wechsel ist aber ein Projekt mit Bestandsaufnahme, Test und Stichtag, kein Knopfdruck. Plane ihn für einen ruhigen Zeitpunkt und fang an, sobald eine genaue Prüfung bei dir mindestens zwei Prüffragen auf ERP bestätigt. Beachte die Kündigungsfrist deines bisherigen Tools. Den Ablauf beschreibt die Seite Wie wechsle ich das ERP bei laufendem Shop?.

Reicht ein Tool, wenn ich an Geschäftskunden verkaufe?

Das hängt davon ab, ob es E-Rechnungen im Format XRechnung oder ZUGFeRD erstellen kann. Empfangen muss jedes inländische Unternehmen seit 1. Januar 2025, ausstellen müssen Unternehmen über 800.000 € Vorjahresumsatz ab 2027, alle anderen ab 2028. Für den Empfang genügt laut Bundesfinanzministerium ein E-Mail-Postfach. Ausnahmen, etwa für Endverbraucher, nennt das Bundesfinanzministerium (Stand März 2026). Das ist Orientierung und ersetzt keine Steuerberatung.

Gibt es bei weclapp einen kleineren Tarif für den Einstieg?

Ja, ERP Starter für 39 € je Nutzer:in und Monat, nur monatlich buchbar (Listenpreis weclapp, Stand Oktober 2026). Er enthält laut Funktionsliste Zahllauf, Mahnlauf, DATEV-Export und E-Rechnung, aber keine Marktplätze und keine Lagerverwaltung. Eine Shop-Anbindung enthält er nicht. Laut Funktionstabelle der Preisseite steckt sie ab ERP Dienstleistung, die Marktplatz-Anbindung in ERP Handel; das Shopify-Listing verlangt für die kostenlose Nutzung ERP Handel. Lass dir die Zuordnung für dein Shopsystem vor Vertragsabschluss von weclapp bestätigen.

Die fünf Fragen gemeinsam durchgehen

Du bist unsicher, auf welcher Seite du stehst? Wir gehen die Prüffragen mit deinen Zahlen durch. Wenn ein Tool reicht, sagen wir dir das.

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