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ERP-Wechsel für Online-Händler:innen

Wie wechsle ich das ERP bei laufendem Shop?

Dein Shop läuft nicht im ERP; kritisch ist beim Wechsel der Weg von der Bestellung zum Paket. Ziel dieser Seite ist ein Vorgehen, das diesen Weg in vier Phasen absichert, damit der Shop möglichst nicht ausfällt. Garantieren kann das niemand. Die Phasen: Bestandsaufnahme, Anbindung und Test, Datenübernahme, Parallelbetrieb mit Stichtag. Als Stichtag empfehlen wir einen Quartals- oder Jahresbeginn außerhalb deiner Verkaufsspitze, abgestimmt mit deiner Steuerberatung; die Dauer hängt an Schnittstellen und Stammdaten.

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Was beim Wechsel wirklich ausfallen kann

Dein Shop läuft bei Shopify, Shopware oder WooCommerce, nicht im ERP. Ausfallen kann der Weg von der Bestellung zum Paket: Kommt eine Bestellung nicht im neuen System an, wird sie nicht kommissioniert, berechnet oder gebucht. Stimmen die Bestände im ERP nicht, zeigt der Shop falsche Mengen.

Garantieren kann niemand etwas. Du kannst aber für jede Phase festlegen, woran du sie als fertig erkennst. Alle Empfehlungen auf dieser Seite sind unsere Praxisregeln, keine Vorgabe von weclapp oder Behörden.

Noch unsicher, ob du ein ERP brauchst? Kläre zuerst das Ob: Rechnungstool oder ERP? Den Überblick gibt ERP für Online-Händler.

Phase 1: Bestandsaufnahme, was auf die Liste gehört

Liste auf, was heute läuft: Shop, Marktplätze, Versand mit Label, Zahlung, Retouren, Buchhaltung und die undokumentierte Handarbeit. Lege fest, welches System welche Daten führt. Frage deine Steuerberatung, welche Stände sie zum Stichtag braucht (etwa Offene-Posten-Listen und Bestandswerte) und welche DATEV-Schnittstelle sie nutzt. Die Schnittstellen nennt der DATEV-Marktplatz.

Phase 2: Anbindung und Test

Teste zuerst mit einem Test- oder Entwicklungsshop und wenigen Testartikeln, nicht mit dem Live-Shop. Laut weclapp-Hilfecenter gilt bei Shopify: Artikel laufen in beide Richtungen, Kunden und Aufträge kommen von Shopify nach weclapp, den Bestand überträgt weclapp nur zum Shop, nach Aktivierung alle 5 Minuten. Voraussetzung sind gleiche Produkt-ID, Varianten-ID und SKU in beiden Systemen sowie zugeordnete Lager. Den Abgleich mit Marktplätzen erklärt Bestände und Aufträge zwischen Shop und Marktplätzen synchron halten.

Welche Anbindung in welchem Paket steckt, zeigt die Preisseite: Laut Funktionstabelle stehen Online-Shops in den Paketen Dienstleistung und Handel, Marktplätze nur im Paket Handel; die Paketübersicht nennt die Shop-Anbindung beim Paket Handel. Die Shopify-App ist laut Listing nur mit Lizenz ERP Handel kostenlos; zusätzliche Gebühren können anfallen. Kläre Paket und Kosten der Anbindung vor dem Vertrag.

Spiele Testbestellungen bis zur Rechnung durch: Normalfall mit Label und Tracking, Sonderpreis, Teillieferung, Retoure mit Gutschrift, Storno, Ausland, jede Zahlungsart. Bestanden ist der Test, wenn jeder Fall bis zum Beleg durchläuft, Beträge und Bestände stimmen und das Tracking im Shop ankommt.

Phase 3: Datenübernahme

Jetzt kommen die Stammdaten ins ERP: Artikel, Kund:innen und Lieferant:innen. Der Import-Wizard arbeitet laut weclapp-Hilfecenter mit CSV-Vorlagen für Importtypen wie Kunden, Lieferanten, Verkaufsartikel und Artikelpreise. Bereinige Dubletten in der Importdatei, nicht im Altsystem; so bleibt der Altbestand unverändert. Wie du vorhandene Shop-Artikel mit den ERP-Artikeln verknüpfst, klärst du im Test, bevor du den Live-Shop verbindest.

Den Lagerbestand importierst du nicht über den Wizard, sondern über die Stichtagsinventur. Laut weclapp-Hilfecenter spielst du sie per CSV-Vorlage ein, das Lager ist dabei gesperrt, ein Bewertungspreis ist Pflicht, und die Buchungspreise werden festgeschrieben. Frag vorab deine Steuerberatung, mit welchem Wert der Anfangsbestand bewertet werden soll, und probiere den Ablauf mit einem Teilbestand. Das ersetzt keine Steuerberatung.

Fertig ist die Phase, wenn Stichproben von Artikeln und Kund:innen mit dem Altsystem übereinstimmen und die Probe-Inventur ohne Fehler durchläuft.

Phase 4: Parallelbetrieb mit Stichtag

Im Parallelbetrieb arbeitest du produktiv im Altsystem, während das ERP mit Testbestellungen oder Kopien echter Bestellungen mitläuft. Jede Aufgabe führt zu jedem Zeitpunkt genau ein System aus: Bestellungen abholen, Bestand melden, Belege versenden, Tracking zurückmelden. Sonst entstehen doppelte Aufträge oder zwei Rechnungen. Die Preisseite führt automatisierten Belegversand auf; kläre vorab, ob du ihn im ERP steuern kannst, und versende bis zum Stichtag nur aus dem Altsystem.

Am Stichtag arbeitest du diese Reihenfolge ab:

  1. Offene Lieferungen im Altsystem abschließen und Reservierungen im ERP prüfen.
  2. Stichtagsinventur im ERP durchführen und buchen.
  3. Den echten Nummernkreis für Rechnungen anlegen.
  4. Live-Shop verbinden und die Artikelzuordnung stichprobenartig prüfen.
  5. Auftragsübertragung aktivieren und vorher in den Shopify-Einstellungen das Datum „Aufträge ab“ auf den Stichtag setzen, damit weder Altaufträge doppelt noch neue Bestellungen übersehen werden. Dann die Bestandsübertragung aktivieren. Ab jetzt bestimmt der ERP-Bestand, was der Shop anzeigt.
  6. Die übrigen Aufgaben nacheinander übergeben und die Abbruchkriterien beobachten.

Rechnungen aus dem Altsystem bleiben dort offen oder werden als offene Posten ins ERP übernommen. Entscheide das und den Umgang mit Retouren zu Altbestellungen vorab mit deiner Steuerberatung. Das ersetzt keine Steuerberatung.

Rückfallplan und Altsystem: was du aufbewahrst

Lege vor dem Stichtag fest, woran du einen Abbruch erkennst und was dann passiert. Beispiele: Eine Bestellung fehlt im ERP, die Zahl der Aufträge in Shop und ERP weicht am Tagesende ab, ein Label lässt sich nicht drucken. Dann schaltest du zurück ins Altsystem.

Für den Rückfall muss das Altsystem zugänglich bleiben; kündige es erst, wenn die Abbruchkriterien nicht mehr greifen. Unabhängig davon: Wer aufbewahrungspflichtige Unterlagen auf Datenträgern aufbewahrt, muss sie nach § 147 Abs. 2 AO während der Aufbewahrungsfrist jederzeit verfügbar halten, unverzüglich lesbar machen und maschinell auswerten können. Zum Systemwechsel nennen die GoBD (BMF-Schreiben vom 28.11.2019, zuletzt geändert am 14.07.2025) in den Randziffern 142 bis 144 die Voraussetzungen, unter denen das alte System nicht vorgehalten werden muss, unter anderem eine quantitativ und qualitativ gleichwertige Übernahme der Daten in ein neues System oder Archiv. Das ist Orientierung. Welcher Export für dich genügt, klärst du vor der Abschaltung mit deiner Steuerberatung. Das ersetzt keine Steuerberatung.

Nummernkreise: so vermeidest du doppelte Rechnungsnummern

Nach § 14 Abs. 4 Nr. 4 UStG gehört zur Rechnung eine fortlaufende Nummer mit einer oder mehreren Zahlenreihen, die der Rechnungsaussteller einmalig vergibt. Doppelte Rechnungsnummern solltest du deshalb vermeiden. Laut weclapp-Hilfecenter legst du Nummernkreise mit Präfix und letztem Wert an, optional mit Gültigkeitszeitraum; sie sollen eindeutige Nummern erzeugen. Teste Rechnungen deshalb mit einem eigenen Test-Präfix, damit keine Testnummer im echten Kreis liegt. Den echten Kreis legst du zum Stichtag an, mit neuem Präfix oder im Anschluss an die letzte Rechnung des Altsystems. Ob du die Zählung des Altsystems fortsetzt und welche Variante zu deiner Buchhaltung passt, klärst du mit deiner Steuerberatung. Das ersetzt keine Steuerberatung.

Die vier Phasen im Überblick

Auf einen Blick: was in jeder Phase passiert, woran du ihr Ende erkennst und wo es typischerweise hakt.

PhaseWas passiertWoran du erkennst, dass sie fertig istTypischer Stolperstein
1 BestandsaufnahmeAbläufe auflistenAlle Datenflüsse stehen auf einer ListeLabel und Retouren fehlen auf der Liste
2 Anbindung und TestTestshop anbinden, TestfälleAlle Testfälle laufen bis zum BelegLive-Shop verbunden, bevor Artikel stimmen
3 DatenübernahmeStammdaten importierenStichproben stimmen, Probe-Inventur läuftBestand ohne abgestimmte Bewertung
4 ParallelbetriebAufgaben übergebenGenau ein System je AufgabeZwei Systeme führen dieselbe Aufgabe aus

Zeitpunkt, Dauer und Testphase

Rechne vom Stichtag rückwärts: Der Parallelbetrieb liegt davor, ein Stichtag am 1. Januar bedeutet, dass der Parallelbetrieb mitten in Black Friday und Weihnachtsgeschäft liegt. Mit Herbstspitze wählst du lieber einen Quartalsbeginn danach, zum Beispiel den 1. April. Ohne Spitze liegt der Jahresbeginn nahe, weil Buchungsperioden dann sauber im neuen System beginnen. Stimme den Termin mit deiner Steuerberatung ab. Das ersetzt keine Steuerberatung.

Eine belastbare Zeitangabe gibt es erst nach der Bestandsaufnahme. Die kostenlose Testphase von weclapp dauert laut Preisseite 30 Tage und läuft automatisch ab. Für Datenübernahme und Parallelbetrieb kann sie zu kurz sein; plane, ab wann du einen bezahlten Mandanten brauchst. Monatliche Lizenzen sind laut Preisseite mit einem Monat Frist kündbar, längere Laufzeiten nur zum Laufzeitende, was für deinen Rückfallplan zählt. Frag vorab, ob Anbindungen im Test möglich sind und was danach mit den Testdaten geschieht.

Beispiel: ein fiktiver Händler wechselt zum Quartalsbeginn

Ein fiktiver Händler mit 2.500 Bestellungen im Monat (Annahme) verkauft über Shopify und zwei Marktplätze; seine Aufträge laufen in einem Auftragstool, ergänzt um mehrere Apps. Er wechselt zu einem Quartalsbeginn nach seiner Spitze, testet im Entwicklungsshop und nimmt Retouren, die bisher per Hand laufen, in den Testplan auf. Vor dem Stichtag legt er fest, wer was ausführt:

AufgabeBis zum StichtagAb dem Stichtag
Bestellungen abholenAltsystemERP
Bestand an den Shop meldenAltsystemERP
Belege an Kund:innen sendenAltsystemERP

Die wichtigsten Zahlen

4
Phasen bis zum Stichtag
30 Tage
kostenlose Testphase
1 Monat
Kündigungsfrist monatlicher Lizenzen
2 + CSV
DATEV-Schnittstellen plus CSV-Export

Drei Dinge, die vor dem Stichtag stehen müssen

Die Kernpunkte dieser Seite in Kurzform.

Icon: Lager

Führendes System festlegen

Vorab entscheiden, welches System Artikel, Bestand, Aufträge und Kund:innen führt.

Icon: Checkliste

Testplan mit Bestehenskriterien

Alle Fälle durchspielen, bevor der Live-Shop verbunden wird.

Icon: Schutzschild mit Haken

Rückfallplan und Altsystem

Abbruchkriterien festlegen, das Altsystem zugänglich halten.

Wann passt das nicht?

Passt: der Wechsel lässt sich planen

  • Du kannst einen Stichtag außerhalb deiner Spitze setzen und jemanden für Tests freistellen.
  • Dein Shopsystem (etwa Shopify, WooCommerce oder Shopware 6) und deine Marktplätze stehen auf den Listen von weclapp.
  • Dein Altsystem exportiert Stammdaten als Datei.

Passt nicht: erst Voraussetzungen klären

  • Du steckst mitten in einer Verkaufsspitze oder hast niemanden für Tests. Warte, bis du beides klären kannst.
  • Du bist noch nicht sicher, ob du ein ERP brauchst. Kläre zuerst das Ob (Seite zum Rechnungstool).
  • Ein Kanal, den du brauchst, steht nicht auf den Listen von weclapp. Kläre die Anbindung vorab.

Häufige Fragen

Wie lange dauert der Wechsel auf ein ERP?

Das hängt vor allem an der Zahl der Schnittstellen und an der Qualität deiner Stammdaten. Je mehr Kanäle, Versanddienstleister und Zahlungsarten du anbindest und je sauberer deine Artikel- und Kundendaten sind, desto reibungsloser läuft es. Eine belastbare Zeitangabe nennen wir erst nach der Bestandsaufnahme, nicht vorab.

Fällt mein Shop beim Wechsel aus?

Dein Shop läuft bei Shopify, Shopware oder WooCommerce und nicht im ERP; berührt wird er vor allem über die Anbindung. Ausfälle sind trotzdem nicht ausgeschlossen. Kritisch ist der Weg von der Bestellung zum Paket. Mit Testplan, Aufgabenverteilung, Rückfallplan und festem Stichtag senkst du das Risiko. Garantieren kann niemand, dass nichts schiefgeht.

Wann ist ein guter Zeitpunkt für den Wechsel?

Wir empfehlen einen Jahres- oder Quartalsbeginn, weil dann Auswertungen und Buchungsperioden sauber im neuen System starten. Rechne rückwärts: Der Parallelbetrieb sollte nicht in Black Friday oder das Weihnachtsgeschäft fallen. Stimme den Stichtag mit deiner Steuerberatung ab. Das ersetzt keine Steuerberatung.

Welche Daten übernehme ich ins ERP?

Übernimm Artikel, Kund:innen und Lieferant:innen über den Import-Wizard und bereinige die Importdatei vorher. Den Lagerbestand buchst du über die Stichtagsinventur ein, die das weclapp-Hilfecenter beschreibt. Das Altsystem bleibt zugänglich, bis du mit deiner Steuerberatung geklärt hast, wie du die Daten aufbewahrst.

Was passiert mit den Belegnummern?

Nach § 14 Abs. 4 Nr. 4 UStG vergibt der Rechnungsaussteller die Rechnungsnummer einmalig; doppelte Nummern solltest du vermeiden. Teste mit einem eigenen Test-Präfix, damit keine Testnummer im echten Kreis liegt, und lege den echten Kreis zum Stichtag an. Ob du die Zählung des Altsystems fortsetzt oder mit neuem Präfix beginnst, klärst du mit deiner Steuerberatung. Das ersetzt keine Steuerberatung.

Wie kommt die Buchhaltung ins neue System?

Der DATEV-Marktplatz nennt für weclapp die Schnittstellen Rechnungsdatenservice 1.0 und Buchungsdatenservice, dazu kommt der CSV-Export im DATEV-Format. Darüber gehen Rechnungen und Transaktionen an die Steuerkanzlei. Welche Variante zu deiner Kanzlei passt, klärst du gemeinsam mit ihr, am besten schon in der Bestandsaufnahme und nicht erst am Stichtag.

Deine Bestandsaufnahme gemeinsam durchgehen

Du willst auf ein ERP wechseln und wissen, in welcher Reihenfolge deine Kanäle, Schnittstellen und Stammdaten dran sind? Wir gehen es mit dir durch.

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