Gefahrgut versenden mit weclapp: ADR-Prüfung und Begleitdokumente im Packprozess
Eine Sendung, ein Aerosol, ein Zahlendreher
Sprühdosen und Lithium-Akkus können – abhängig von Produkt und Klassifizierung – als Gefahrgut nach ADR gelten. Fehlen die richtige UN-Nummer in den Versanddaten oder stimmen Klassifizierung und Menge nicht, kann eine Sendung beim Carrier hängen bleiben oder am Hub zurückgewiesen werden. Für das Lagerteam bedeutet das im schlimmsten Fall: Sendung auspacken, Daten korrigieren und den Versand neu anstoßen. Genau an dieser Stelle setzt Fulfillment 4 weclapp an: Wiederkehrende Prüf- und Dokumentationsschritte lassen sich in den Packprozess integrieren, wenn die Stammdaten im ERP sauber gepflegt sind.

Die 1000-Punkte-Regel im Versandprozess
ADR 1.1.3.6 enthält Erleichterungen für bestimmte Beförderungen. Ob sie anwendbar sind, hängt unter anderem von der korrekten Gefahrgutklassifizierung, der Beförderungskategorie und der transportierten Menge ab. Für den Versandprozess bedeutet das: Die zugrunde liegenden Artikeldaten müssen vollständig und fachlich geprüft sein; die Software kann daraus die implementierte Punkteberechnung ableiten und das Ergebnis für den Packprozess bereitstellen.
In Fulfillment 4 weclapp kennzeichnest du den Artikel als Gefahrgut und pflegst die benötigten Angaben wie UN-Nummer, Verpackungsgruppe und weitere Carrier-relevante Felder. Im unterstützten DPD-Public-WS-Prozess berechnet die App daraus die ADR-Punkte, berücksichtigt Limited Quantities entsprechend der hinterlegten Logik und kann bei Bedarf ein ADR-Beförderungspapier erzeugen. Die fachliche Verantwortung für Klassifizierung und Versandfreigabe bleibt dabei bei den dafür zuständigen Personen des Versenders.
Das Prinzip dahinter ist dasselbe wie beim restlichen Versandprozess in Fulfillment 4 weclapp: Bei aktiviertem EAN-Scan entsteht das Etikett im Packprozess, und Trackingdaten fließen im unterstützten Abschlussflow zurück in die weclapp-Sendung. Bei Gefahrgut kommt die konfigurierte ADR-Prüfung als zusätzlicher Schritt hinzu. Für das Lagerteam bleibt der Ablauf klar: scannen, prüfen lassen, Label und verfügbare Begleitdokumente ausgeben.

Carrier im Vergleich: unterschiedliche Gefahrgut-Funktionen
Nicht jeder Versanddienstleister behandelt Gefahrgut gleich. Fulfillment 4 weclapp bildet diese Unterschiede carrier-spezifisch ab, damit im Packprozess die jeweils unterstützte Funktion genutzt wird.
DPD: ADR-Punkte im Public-WS-Prozess
Die Anbindung über die DPD Public Web Services unterstützt die ADR-Punkteberechnung, die Behandlung von Limited Quantities und die Erzeugung eines ADR-Beförderungspapiers im dafür vorgesehenen Prozess. Der DPD-Cloud-Dienst unterstützt diesen Gefahrgut-Flow nicht; entsprechend konfigurierte Gefahrgutsendungen werden dort nicht als reguläre Cloud-Sendung verarbeitet.
Gebrüder Weiss: Gefahrgutdaten und zentraler Notfallkontakt
Für Speditionssendungen übernimmt die Anbindung an Gebrüder Weiss Gefahrgutpositionen aus den entsprechend gekennzeichneten weclapp-Artikeln – darunter UN-Nummer, offizieller Versandname, Klasse und Verpackungsgruppe. Bei konfigurierten Nicht-LQ-Sendungen kann außerdem ein zentral hinterlegter ADR-Notfallkontakt im erzeugten Beförderungspapier mitgeführt werden. Gehören mehrere Packstücke zu einer Sendung, überträgt Fulfillment 4 weclapp sie als Positionen eines Transportauftrags.
Kühne+Nagel: Gefahrgutdaten im Road Booking
Bei als Gefahrgut gekennzeichneten Artikeln übernimmt die Kühne+Nagel-Anbindung unter anderem UN-Nummer und Verpackungsgruppe in das Booking. Eine im Fulfillment-Prozess bereitgestellte Handelsrechnung kann zusätzlich an das Road Booking übergeben werden. So bleiben die relevanten Versandinformationen mit dem Auftrag verbunden, ohne am Packtisch erneut erfasst zu werden.
Österreichische Post: Limited Quantities
Bei der Österreichischen Post ist Gefahrgutversand in der aktuellen Anbindung ausschließlich als Limited Quantities (LQ) vorgesehen. Nicht-LQ-Gefahrgut wird blockiert, bevor es als reguläre Post-Sendung verarbeitet wird. Damit erhält das Lagerteam frühzeitig eine klare Rückmeldung und kann eine passende Versandalternative wählen.

Meine Position
Gefahrgutdaten gehören für mich an eine zentrale, gepflegte Stelle: den weclapp-Artikel. Nicht in eine Excel-Liste am Packtisch und nicht ausschließlich ins Erfahrungswissen einzelner Personen. Sind Kennzeichnung und erforderliche Felder fachlich geprüft, kann Fulfillment 4 weclapp wiederkehrende Berechnungs-, Übertragungs- und Dokumentationsschritte carrier-spezifisch in den Versandprozess einbinden. Und wo eine Schnittstelle eine Grenze hat, sollte die Software das ebenso klar melden wie ein guter Kollege: Dieser Versandweg passt für diese Sendung nicht.
Fulfillment 4 weclapp bietet mehr als 14 Versand-Anbindungen – darunter direkte Carrier-APIs, Versandplattformen und weitere Versandprozesse. Gefahrgut-Funktionen sind bei mehreren davon carrier-spezifisch integriert. Für Sortimente mit Batterien, Aerosolen, Chemikalien oder anderen ADR-relevanten Artikeln schafft das einen nachvollziehbaren Packprozess aus weclapp heraus.

Wie ist das bei dir?
Versendest du Gefahrgut aus weclapp heraus – und wenn ja, sind Klassifizierung und Packprozess bereits digital miteinander verbunden? Einen Überblick über die verfügbaren Versand-Anbindungen findest du in unserer Übersicht der Versanddienstleister für weclapp. Wenn du deinen eigenen Gefahrgutversand konkret durchsprechen willst, buch dir ein unverbindliches Erstgespräch – wir schauen uns dein Sortiment und die passenden Carrier-Prozesse gemeinsam an.